Jago fliegt nach Kanada

Jago Kanada

Stellt euch vor, ich bin das erste Mal in meinem Leben mit einem Flugzeug geflogen. Es war eigentlich ganz gut, aber dann ist etwas Schlimmes passiert. Das muss ich euch erzählen:

Frauchen bereitete alles vor und buchte meinen, ihren und Herrchens Flug. Am Morgen des Fluges brachte Frauchens Papa uns zum Flughafen in Frankfurt am Main. „Man, ist das ein großer Flughafen!“ staunte ich. So viele Menschen eilten an uns vorbei.

Zum Glück durfte ich in meiner geliebten Transportbox bleiben und nickerte ein wenig bis es endlich losging. Circa eine Stunde vor Abflug, gab mich Herrchen bei so Flughafenmenschen ab. Die beiden musste ich erstmal erschnüffeln: „OK, passt, die sind in Ordnung.“ Also hüpfte ich wieder in meine Box und die zwei Männer hoben mich vorsichtig auf einen Wagen. Damit fuhr ich dann durch die Gegend und über das Rollfeld. Ganz schön cool, so eine VIP-Behandlung. Eigener Shuttleservice, keine Warteschlange usw..

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Im Gepäckraum des Flugzeuges brachten mich die Männer an den wärmsten Ort und passten auf, dass meine Box sicher stand. Nach einer Weile wurde es sehr laut und mich drückte es voll zur Seite. „Jetzt fliegen wir“, dachte ich mir, denn davon redete Frauchen vor der Reise. „Das dauert wohl etwas“, also kuschelte ich mich in mein weiches Lieblingskissen und schlief ein.

Plötzlich dröhnte es sehr laut. „Was ist das? Vielleicht das Fahrwerk von dem Herrchen mir erzählt hat?“ Und tatsächlich, der Flieger landete und ich war ganz aufgeregt: „Sehe ich endlich mein Herrchen wieder?“ Aber ich sah ihn nirgends. Fremde Menschen verluden mich und brachten mich wieder zu einem anderen Flugzeug. Dies war nur der Zwischenstopp in Island. Zum Glück ging das Verladen ziemlich schnell. Jetzt weiß ich wenigstens woher der Begriff schweinekalt kommt. „Ja, ich friere bei meinen paar Bauchhärchen! Naja, Herrchen und Frauchen sehe ich wohl erst später.“ Donnernd und dröhnend hoben wir wieder ab, das kannte ich nun schon. Also legte ich mich wieder eine Runde auf mein Fell und schnaubte: „Das dauert bestimmt wieder.“

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„Was war das?“ schreckte ich aus meinem Schlaf auf. Komische Bewegungen begannen, plötzlich sank ich in meiner Box nach unten. „Was ist da nur los?“ dachte ich mir in diesem Moment, „sind das etwa Turbulenzen? Ich hoffe nicht, mein Magen ist ziemlich voll, denn die Fluggesellschaft hat mir ziemlich viel zum Essen gegeben. Herrchen sagte eigentlich ich darf nichts essen, aber wer kann bei Rind mit Lachs in Reis schon widerstehen?!“ Es dröhnte wieder, „Ah, wir landen. Wird auch langsam Zeit, ich müsste nämlich mal. Oh, wie ich mich freue. Bald sehe ich Herrchen und Frauchen wieder.“

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Da kamen auch schon die Männer, die mich ausluden. „Hilfe, nein“ schrie ich und schlug einen Purzelbaum in meiner Box. Die Männer ließen mich fallen. Mein Käfig drehte sich einmal um mich herum. „Oh ist mir flau im Magen.“ Ich kann nicht an mir halten und musste mich in meine Box erleichtern. Mir ging es gar nicht gut. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass sie meine Sachen, die auf dem Boden verstreut lagen, wieder einsammelten. Eine meiner Transportboxrollen lag noch dort und entfernte sich immer weiter von mir. Ich wimmerte vor mich hin: „Ich habe solche Angst! Was macht ihr nur mit mir? Wo ist meine Familie?“ Ich starrte vor mich hin und nahm wie in Trance wahr, dass sie mich auf einem Wagen fuhren und in einer total lauten, menschenüberfluteten Halle abstellten. Der fremde Mann, der mich schob, verschwand einfach und überließ mich meinem Schicksal. „Herrchen, wo bist du? Ich bin so allein“, winselte ich. Da kam jemand ganz schnell auf den Käfig zu, schaute kurz zu mir und riss die Kabelbinder auf, die meine Tür sicherten. „Hallo, wer ist da?“, verstohlen schaute ich durch die Gittertür: „Herrchen? HERRCHEN! Er kommt und rettet mich. Frauchen sehe ich auch in 20 Metern Entfernung.“ Auf einmal stand ich neben Herrchen und orientierte mich kurz. „Das tut mir so leid, dass ich mein Lieblingskissen versaut habe“, zitterte ich. Da hatte ich den Trinknapf schon vor meiner Nase und schlürfte kräftig Wasser. Frauchen war stinksauer, weil die mich gefüttert hatten. Ich konnte es verstehen: Mir war deswegen auch furchtbar übel. Aber sie streichelte mich so lieb und Herrchen reinigte mich mit feuchten Tüchern. „Was stinkt hier eigentlich so?“ – „Oh, ich glaube das bin ich.“ Frauchen reinigte grob meine geliebte Box, oh wie die müffelte. „Ob die je wieder nach mir riechen wird?“ Leider musste ich nochmal hinein, damit wir durch den Zoll und danach ins Hotel konnten. Endlich kamen wir im Hotel an. Ich wollte mir gerade das Zimmer anschauen, da schnappte mich Herrchen und hob mich in die Luft. „Hey, nicht schon wieder fliegen“ dachte ich mir und landete in einer großen weißen Wanne. „Oh nein, wie ich duschen hasse! Aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Ich kann mich nämlich nicht mal selber riechen.“ Nach der Dusche und dem Trockenrubbeln, das mag ich übrigens unheimlich gern, schaute ich in den Spiegel: „Wie schön ich wieder aussehe und wie gut ich rieche!“ Schnell an Herrchen angekuschelt, bevor Frauchen mir den Platz wegnehmen konnte: „Das habe ich mir verdient, nach diesem hundselenden Tag.“ Nur mein Kissen vermisste ich etwas, denn das entsorgte Frauchen direkt am Flughafen. Schon döste ich in Herrchens Schoß ein.

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Durch einen Laut wurde ich wach: „Ist das meine Box?“ Ich stand auf und schnupperte daran. Roch eigentlich wieder ganz gut. Frauchen schaute mich an und sagte, ich solle doch mal hinein schauen. Langsam schob ich meinen Kopf hinein. „Wow, mein Lieblingskissen!“ Überglücklich legte ich mich hin und kuschelte mich auf mein Kuschelkissen. Es roch sogar ganz leicht nach mir, obwohl es etwas kleiner war, als das andere. „Wie ich mein Frauchen liebe, da hat sie wohl ein zweites gehabt und mir nie verraten.“ Glücklich lag ich bei meiner Familie und schnaubte zufrieden: „Jetzt ist alles wieder gut. Kanada, ich komme! Heute nicht mehr, aber spätestens morgäähhhn.“

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Wie ich vom Kettenhund zum Weltenbummler wurde, das erfährst du in dieser Geschichte (Jago’s Geschichte) .

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Jago’s Geschichte

Vom Kettenhund zum Weltenbummler!

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Hallo! Mein Name ist JAGO, ich bin ein Australien Cattle Dog, und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen:

Ich komme aus der Slowakei. Mit einem Kettenrest um meinen Hals wurde ich dort in einem Dorf aufgegriffen. Die Menschen denken, dass ich mich selbst befreit habe, nachdem ich im Wald ausgesetzt worden bin. Was wirklich passiert ist, erzähle ich euch lieber nicht. Die Menschen, denen ich im Dorf begegnet bin, hatten Mitleid mit mir und brachten mich in ein Tierheim in Nitra, einer Stadt in der Slowakei. Leider gab es dort 150 andere Hunde und nur 3 Pfleger und so saß ich ganz lange in einem Käfig fest. Ich wurde von Tag zu Tag immer trauriger. Was für ein mieses Leben!

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Eines Tages entdeckte mich die österreichische Tiervermittlung „Animal Hope Nitra“ und ich wurde von einer netten Österreicherin mit ihrem Auto aus Nitra abgeholt. Die Fahrt gefiel mir echt gut. In Österreich angekommen, bin ich in einer Pflegestelle auf einem Pferdehof gelandet. Da hat es mir schon ganz gut gefallen, aber ich wusste ja, dass ich nicht lange bleiben kann.

Nach kurzer Zeit kam ich nach Wilhelmsburg zur lieben Babsi, meiner neuen Pflegestelle. Sie hatte zwei andere Hunde, mit denen ich mich natürlich sehr gut vertragen habe, denn ich wusste, umso lieber ich bin, desto schneller finde ich ein Zuhause.

Nach drei Wochen meldete sich ein Pärchen aus Deutschland, dass gerade eine Weltreise macht. Boah, war ich aufgeregt, als sie mich besuchen wollten. Sie kamen mit einem riesen Gefährt, der Mann nannte es Unimog. Ich fragte mich: „Wie sieht es da drinnen wohl aus? Vielleicht darf ich nachher mal rein schauen.“ Lange unterhielten sie sich mit Babsi über mich und ich dachte schon, das nimmt kein Ende. Was die alles wissen wollten. Hatten wohl noch keinen Hund vorher. Ich muss wohl abwarten. Den Mann hab ich mir dann mal etwas genauer angeschaut und gemerkt: „Ja, der ist ganz nett“. Die Frau schien mir auch ok zu sein. Sie verabredeten mit Babsi mich übers Wochenende auf Probe im Unimog mitzunehmen. Ich hörte: „Hundeschule Wilhelmsburg“. Oh ja, das wäre cool. Endlich durfte ich mir auch den Unimog anschauen. Der könnte mir schon gefallen. Ich durfte auch gleich mitfahren. „Toller Sound“, dachte ich mir, „da leg ich mich gleich mal aufs Ohr und dös‘ eine Runde“.

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Auf dem Platz der Hundeschule in Wilhelmsburg gefiel es mir sehr gut. Jeden Tag kamen viele liebe Menschen vorbei. Karl und Eva mag ich sehr, sie haben dem Mann, nennt sich Benny, viel beigebracht. Karl ist nämlich Hundetrainer bei der Polizei. Thomas und Sabrina sind auch super lieb und ich hab sie echt gern. Von Thomas habe ich ganz viele Sachen geschenkt bekommen, Futter, Spielzeug uvm. Sabrina hat die Frau, sie heißt Tanja, medizinisch gut beraten und ausgestattet, denn sie kennt sich als Krankenschwester sehr gut aus.

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Benny trainierte viel mit mir und ging mit mir mehrfach über den Hundeparcour. Die Hindernisse sind ein Klacks für mich. Leckerli gab es auch immer, da macht das Ganze gleich noch viel mehr Spaß. Ich beobachte viel und kombiniere sehr schnell. Aufpassen gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

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Leider habe ich ein kleines Problem mit meinem linken Auge und die Beiden wollten das gerne wissen, was mir damals genau passiert ist. Babsi konnte für mich schon für Montag einen Termin beim Augenspezialisten organisieren. Mir war ganz mulmig zu Mute, ich möchte doch so gerne mit auf Weltreise gehen. Nach dem Termin beim Augenarzt stand es endgültig fest: Ich habe ein neues Zuhause! Babsi kam vorbei um die Bürokratie mit Herrchen und Frauchen abzuwickeln und es gab ein tolles Grillfest auf dem Platz der Hundeschule. Ich war natürlich dabei.

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Das Leben der beiden gefällt mir richtig gut: Action, Spaß und Entspannung. Genau so hab ich mir mein Leben vorgestellt. Mittlerweile liebe ich mein Herrchen über alles und würde ihn nie aus den Augen lassen. Auf Frauchen passe ich ganz gut auf, denn sie ist Herrchens Herrchen.

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Schade, dass wir nach einer Woche wieder weiter gezogen sind, dort wäre ich noch länger geblieben. Aber ich bin jetzt auch schon gespannt auf die große, weite Welt und was ich unterwegs alles entdecken kann. Vielleicht gibt es mal Gelegenheit einen Hasen oder Vogel zu jagen. Darf ich zwar nicht, aber mir jucken schon die Pfoten danach.

Jago, unser kleiner Zeitungsstar!

Die „Niederösterreichische Nachrichten“ haben einen tollen Artikel verfasst, aber lest selbst: Wilhelmsburg – Glückliche Fügung: Hund auf Weltreise

Meine Reiseabenteuer könnt ihr hier nach lesen:

Jago in Ungarn und Jago fliegt nach Kanada

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