Kanada – Eine Eisreise

Im Dezember 2017 verschiffen wir unseren Unimog nach Kanada (Verschiffung Nordamerika). Ziemlich verrückt, bekommen wir oft zu hören. Und tatsächlich wird es eine mehr oder weniger abenteuerliche Reise. Unvorhersehbare Begebenheiten begleiten uns über Wochen, aber zwischendurch päppeln uns die unheimlich gastfreundschaftlichen Kanadier immer wieder auf und sorgen für unser leibliches Wohl.

Aber lest selbst, den ersten Teil unserer Winterexpedition in Kanada:

Am 12.01.2018 nehmen wir ihn in Halifax unseren Unimog in Empfang. Angekommen bei sonnigen 12 Grad Celsius freuen wir uns über den milden kanadischen Winter. Unsere Winterfreude hält genau 2 Tage an, denn dann fällt der erste Schnee und die Temperaturen stürzen in den Minusbereich. Von da an folgen tausende Kilometer Eis und Schnee.

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Was ist auf den Kilometern so passiert?

Kaum in Halifax, das in Nova Scotia liegt, gestartet, stellen wir unweigerlich fest, dass unsere pakistanische LKW-Batterie deutlich nicht für den nordamerikanischen Winter gemacht ist. In Antigonish, eine übrigens sehr hübsche Kleinstadt, bekommt der Unimog eine neue Batterie, die den Minustemperaturen standhält. Die Provinz Nova Scotia ist unheimlich reizvoll. Das Ganze Land ist mit Seen und Flüssen durchzogen, die im Winter zugefroren im Sonnenlicht schimmern und glitzern.

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Der Highway 2 führt durch die Provinz New Brunswick. In Grand Falls zeigt das Thermometer morgens um 11 Uhr -10 Grad Celsius und der Unimog springt das erste Mal sehr mühsam an. Der massive Stahl speichert die Kälte der vergangenen Nacht, so dass die ersten Sonnenstrahlen ihn nicht gerade in Taustimmung versetzen. Das Bremsventil ist eingefroren, was uns auf unserer Reise noch lange begleiten wird. Nach einer halben Stunde bringt Benny den Unimog wieder fahrtauglich und es geht vom Highway 2 auf den Highway 20 in die Provinz Quebec.

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In der Nähe von Drummondville entdecken wir einen wunderschönen Park. Wir richten uns für ein paar Tage ein, um die vorhergesagten -20 Grad Celsius auszusitzen. Ein Meter Neuschnee fällt, aber Dank unseres Stromgenerators haben wir Strom satt und müssen nicht frieren. Überredungskünste werden benötigt um nicht nur Benny zum Spaziergang zu bewegen, sondern auch Jago zeigt deutlich sein Missfallen an der Kälte. Sein neues Lieblingsplätzchen vor der Heizung gefällt ihm deutlich besser. Da kommt auf einmal der Australier in ihm durch. Nach langer Motivation raffen wir uns alle auf. Beim Parkrundgang hören wir das Knacken und Ächzen der Bäume unter dem Eis und der Schneelast. Schnell lockern wir die vielen Lagen der Kleidung, denn das Stapfen durch Tiefschnee, bringt den Körper trotz der Eiseskälte zum Schwitzen. Die heimischen Vögel werden aufgrund ihrer Futtersuche zutraulicher und setzen zur Landung direkt auf unseren Köpfen und Händen an.

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Die Temperaturen steigen nach ein paar Tage wieder auf -9 Grad Celsius und wir nutzen die Chance den Unimog zu starten. Unser Wasservorrat wird knapp, wir müssen wieder los. Über Quebec City, eine Stadt, die uns an eine Industriestadt erinnert, vorbei an Montreal, wieder ins bilinguale Ottawa. Die Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und Ontario haben zweisprachige Straßenschilder: Englisch und Französisch. Während die Provinz Quebec sich nur mit der französischen Sprache beschäftigt. Das Einkaufen und die Verständigung werden für uns mit unserem eingestaubten Schulfranzösisch etwas schwieriger.

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Das berühmte Schild „CLOSED FOR SEASON“ springt uns überall auf dem Weg von Ost nach West ins Gesicht. Wunderbar, denn wir können direkt vor den Provincial Parks usw. übernachten und wunderbare Touren zu Fuß durch die Parks unternehmen. Allerdings macht dies auch die Frischwassersuche für uns problematischer. Die meisten Dumpingstations (Entsorgungsstationen für Abwasser und Versorgung mit Frischwasser) sind abgestellt, geschlossen oder eingefroren, sowie auch fast alle öffentlichen Frischwasseranschlüsse abgestellt sind. Wer offene Campingplätze sucht, wird enttäuscht, oder auch diese haben die Wasseranschlüsse über den Winter außer Betrieb gesetzt. Die Wassersuche führt uns zu einer Tankstelle auf dem Highway 17 zwischen Ottawa und Sudbury. Auch hier kommen wir wieder, wie überall, mit einem sehr freundlichen Kanadier ins Gespräch, der uns kurzerhand auf die Farm seiner Eltern einlädt. Spontan folgen wir ihm und verbringen super schöne Tage mit ihm und seiner Familie. Brenda ist eine begnadete Köchin. Vielen lieben Dank an euch für eure Gastfreundschaft und Bewirtung.

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Die nächste Wettervorhersage lässt uns erzittern. Es sind -30 Grad auf unabsehbare Zeit vorhergesagt. Was tun? Mittlerweile ist auch der Abwassertank, trotz Frostschutzzusatz, zugefroren. Wir entscheiden uns, den Unimog das erste Mal auf der Reise durchlaufen zu lassen und Strecke zu machen. Es folgen 3500 km auf dem Trans Canada Highway 1 bis nach Calgary. Die Route führt durch die Provinzen Ontario, Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Schneesturm, Eisregen und spiegelglatte Fahrbahnen bringen die Schwachstellen der großen Stollenreifen zu Tage. Die täglichen (Anlauf-)Probleme beginnen sich zu häufen. Bei der morgendlichen Katzenwäsche streikt die Frischwasserpumpe: Eingefroren! Kreativität ist gefordert. Der tief im Schrank verstaute Fön wird rausgekramt und erfüllt mit Hilfe des Stromgenerators seinen Zweck. In der folgenden Nacht macht unsere Dieselheizung komische Geräusche. Die Lager sind wohl sehr kalt, also lassen wir die Heizung auf kleinster Stufe nun auch durchlaufen. Am nächsten Tag fallen die Funktionslampe und die Kühlwassertemperaturanzeige im Cockpit aus. Noch ein Tag später streikt auch die Öldruckanzeige. Im Laufe des Tages bricht uns ein Befestigungskit unserer Dachhaube beim Öffnen weg. Wir brauchen Ersatzteile!

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Zwischen LKWs finden sich immer wieder Schlafplätze. Der eigene Geräuschpegel des Motors lässt die lauten Motoren der kanadischen Trucks verschwinden und wir finden einigermaßen Ruhe zum Schlafen in diesen Tagen. Auf geht’s zur letzten großen Etappe in Richtung Calgary. Wir fahren aus der Parkbucht raus auf den Highway, als die Schaltung einfriert. Wir verlieren unsere komplette Druckluft innerhalb von Sekunden und bleiben liegen. Kein Geschenk bei einspuriger Fahrbahn, meterhohen Schneebergen auf den Seitenstreifen und den von hinten anbrausenden Fahrzeugen. Die eiskalten Winde von – 40 Grad Celsius in der vergangenen Nacht haben dem Unimog zugesetzt. Alles ist eingeeist. Nach Minuten schafft es Benny einen Gang einzulegen und im Kriechtempo rollen wir zurück auf den Parkplatz. Der Truckerfahrer Harry kommt uns entgegen und bietet seine Hilfe an. Eine Problemanalyse und Fehlersuche zu zweit verschafft neuen Mut. Nebenbei weiht Harry Benny in die kanadischen Truckergeheimnisse für Winterbetrieb ein. Nach 2 langen Stunden Fahrzeugenteisung mit Alkohol und Gasbuddy (ein Gasheizstrahler) und einer Menge Geduld werden die von Kälte taub gewordenen Gliedmaßen vor der Heizung aufgewärmt. Heißer Kaffee, der von innen wärmt, wird getrunken und der Unimog rollt mit uns wieder auf den Highway.

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Hinter Calgary ist es geschafft, die Temperaturen klettern wieder auf frühlingshafte -15 Grad Celsius. Ab hier schalten wir einen Gang runter und beginnen wieder die Reise zu genießen! Die vor uns liegenden Rocky Mountains ziehen uns in ihren Bann.

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Ein Ausflug zum Johnston Canyon beeindruckt uns sehr. Eiskletterer versuchen dort die meterhohen, zugefrorenen Wasserfälle zu erklimmen. Über Kamloops und Hope tuckern wir ins schnee- und eisfreie Vancouver und sind erstaunt über die enorm hohe chinesische Population der Stadt. Die Sommerlaune von 15 Grad Celsius kommt über uns und wir beschließen nach Vancouver Island überzusetzen, um uns etwas aufzuwärmen, bevor uns unsere Expedition wieder in den Norden Kanadas führt.

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Jago fliegt nach Kanada

Jago Kanada

Stellt euch vor, ich bin das erste Mal in meinem Leben mit einem Flugzeug geflogen. Es war eigentlich ganz gut, aber dann ist etwas Schlimmes passiert. Das muss ich euch erzählen:

Frauchen bereitete alles vor und buchte meinen, ihren und Herrchens Flug. Am Morgen des Fluges brachte Frauchens Papa uns zum Flughafen in Frankfurt am Main. „Man, ist das ein großer Flughafen!“ staunte ich. So viele Menschen eilten an uns vorbei.

Zum Glück durfte ich in meiner geliebten Transportbox bleiben und nickerte ein wenig bis es endlich losging. Circa eine Stunde vor Abflug, gab mich Herrchen bei so Flughafenmenschen ab. Die beiden musste ich erstmal erschnüffeln: „OK, passt, die sind in Ordnung.“ Also hüpfte ich wieder in meine Box und die zwei Männer hoben mich vorsichtig auf einen Wagen. Damit fuhr ich dann durch die Gegend und über das Rollfeld. Ganz schön cool, so eine VIP-Behandlung. Eigener Shuttleservice, keine Warteschlange usw..

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Im Gepäckraum des Flugzeuges brachten mich die Männer an den wärmsten Ort und passten auf, dass meine Box sicher stand. Nach einer Weile wurde es sehr laut und mich drückte es voll zur Seite. „Jetzt fliegen wir“, dachte ich mir, denn davon redete Frauchen vor der Reise. „Das dauert wohl etwas“, also kuschelte ich mich in mein weiches Lieblingskissen und schlief ein.

Plötzlich dröhnte es sehr laut. „Was ist das? Vielleicht das Fahrwerk von dem Herrchen mir erzählt hat?“ Und tatsächlich, der Flieger landete und ich war ganz aufgeregt: „Sehe ich endlich mein Herrchen wieder?“ Aber ich sah ihn nirgends. Fremde Menschen verluden mich und brachten mich wieder zu einem anderen Flugzeug. Dies war nur der Zwischenstopp in Island. Zum Glück ging das Verladen ziemlich schnell. Jetzt weiß ich wenigstens woher der Begriff schweinekalt kommt. „Ja, ich friere bei meinen paar Bauchhärchen! Naja, Herrchen und Frauchen sehe ich wohl erst später.“ Donnernd und dröhnend hoben wir wieder ab, das kannte ich nun schon. Also legte ich mich wieder eine Runde auf mein Fell und schnaubte: „Das dauert bestimmt wieder.“

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„Was war das?“ schreckte ich aus meinem Schlaf auf. Komische Bewegungen begannen, plötzlich sank ich in meiner Box nach unten. „Was ist da nur los?“ dachte ich mir in diesem Moment, „sind das etwa Turbulenzen? Ich hoffe nicht, mein Magen ist ziemlich voll, denn die Fluggesellschaft hat mir ziemlich viel zum Essen gegeben. Herrchen sagte eigentlich ich darf nichts essen, aber wer kann bei Rind mit Lachs in Reis schon widerstehen?!“ Es dröhnte wieder, „Ah, wir landen. Wird auch langsam Zeit, ich müsste nämlich mal. Oh, wie ich mich freue. Bald sehe ich Herrchen und Frauchen wieder.“

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Da kamen auch schon die Männer, die mich ausluden. „Hilfe, nein“ schrie ich und schlug einen Purzelbaum in meiner Box. Die Männer ließen mich fallen. Mein Käfig drehte sich einmal um mich herum. „Oh ist mir flau im Magen.“ Ich kann nicht an mir halten und musste mich in meine Box erleichtern. Mir ging es gar nicht gut. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass sie meine Sachen, die auf dem Boden verstreut lagen, wieder einsammelten. Eine meiner Transportboxrollen lag noch dort und entfernte sich immer weiter von mir. Ich wimmerte vor mich hin: „Ich habe solche Angst! Was macht ihr nur mit mir? Wo ist meine Familie?“ Ich starrte vor mich hin und nahm wie in Trance wahr, dass sie mich auf einem Wagen fuhren und in einer total lauten, menschenüberfluteten Halle abstellten. Der fremde Mann, der mich schob, verschwand einfach und überließ mich meinem Schicksal. „Herrchen, wo bist du? Ich bin so allein“, winselte ich. Da kam jemand ganz schnell auf den Käfig zu, schaute kurz zu mir und riss die Kabelbinder auf, die meine Tür sicherten. „Hallo, wer ist da?“, verstohlen schaute ich durch die Gittertür: „Herrchen? HERRCHEN! Er kommt und rettet mich. Frauchen sehe ich auch in 20 Metern Entfernung.“ Auf einmal stand ich neben Herrchen und orientierte mich kurz. „Das tut mir so leid, dass ich mein Lieblingskissen versaut habe“, zitterte ich. Da hatte ich den Trinknapf schon vor meiner Nase und schlürfte kräftig Wasser. Frauchen war stinksauer, weil die mich gefüttert hatten. Ich konnte es verstehen: Mir war deswegen auch furchtbar übel. Aber sie streichelte mich so lieb und Herrchen reinigte mich mit feuchten Tüchern. „Was stinkt hier eigentlich so?“ – „Oh, ich glaube das bin ich.“ Frauchen reinigte grob meine geliebte Box, oh wie die müffelte. „Ob die je wieder nach mir riechen wird?“ Leider musste ich nochmal hinein, damit wir durch den Zoll und danach ins Hotel konnten. Endlich kamen wir im Hotel an. Ich wollte mir gerade das Zimmer anschauen, da schnappte mich Herrchen und hob mich in die Luft. „Hey, nicht schon wieder fliegen“ dachte ich mir und landete in einer großen weißen Wanne. „Oh nein, wie ich duschen hasse! Aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Ich kann mich nämlich nicht mal selber riechen.“ Nach der Dusche und dem Trockenrubbeln, das mag ich übrigens unheimlich gern, schaute ich in den Spiegel: „Wie schön ich wieder aussehe und wie gut ich rieche!“ Schnell an Herrchen angekuschelt, bevor Frauchen mir den Platz wegnehmen konnte: „Das habe ich mir verdient, nach diesem hundselenden Tag.“ Nur mein Kissen vermisste ich etwas, denn das entsorgte Frauchen direkt am Flughafen. Schon döste ich in Herrchens Schoß ein.

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Durch einen Laut wurde ich wach: „Ist das meine Box?“ Ich stand auf und schnupperte daran. Roch eigentlich wieder ganz gut. Frauchen schaute mich an und sagte, ich solle doch mal hinein schauen. Langsam schob ich meinen Kopf hinein. „Wow, mein Lieblingskissen!“ Überglücklich legte ich mich hin und kuschelte mich auf mein Kuschelkissen. Es roch sogar ganz leicht nach mir, obwohl es etwas kleiner war, als das andere. „Wie ich mein Frauchen liebe, da hat sie wohl ein zweites gehabt und mir nie verraten.“ Glücklich lag ich bei meiner Familie und schnaubte zufrieden: „Jetzt ist alles wieder gut. Kanada, ich komme! Heute nicht mehr, aber spätestens morgäähhhn.“

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Wie ich vom Kettenhund zum Weltenbummler wurde, das erfährst du in dieser Geschichte (Jago’s Geschichte) .

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Verschiffung Nordamerika

„Und ab geht’s nach Nordamerika!“

Nun ja, ganz so einfach funktioniert es dann doch nicht. Wie so viele von euch, haben auch wir das leidige Thema „Fahrzeugalter“ unseres Unimogs 1300L (Baujahr 1984), und somit das Problem eine KFZ-Versicherung für Nordamerika zu bekommen. Da sich dieses Thema ständig ändert, können wir nur Aussagen zum Stand November/Dezember 2017 treffen.

Keine Kfz-Versicherung für Nordamerika – keine Reise nach Nordamerika!

Im heutigen Zeitalter wird jedes Problem im Internet diskutiert, so stoßen wir auf die Firma Seabridge und rufen dort an, da auf deren Website steht, man solle sich im Falle „Wohnmobil älter als 20 Jahre“ an sie wenden.

Tatsächlich besteht die Möglichkeit einer Kfz-Versicherung für Nordamerika. Es gibt nur einen kleinen, aber entscheidenden Haken: Der Wohnmobilaufbau/-umbau muss jünger als das Fahrzeug (20-25 Jahre) sein oder das Fahrzeug wurde erst später als So.KFZ Wohnmobil in den Fahrzeugpapieren umgeschlüsselt. Unter diesen Voraussetzungen erkennt die nordamerikanische Versicherungsgesellschaft möglicherweise das Aufbau-/ Umbaujahr als Fahrzeugalter (Baujahr) an.

Beispiel: Unser Kabinenaufbau ist von Ormocar aus dem Jahr 2003. Wir haben von der Firma Ormocar ein Bestätigungsschreiben über den Umbau des Unimog zum Wohnmobil in 2003 erhalten. Mit diesem Schreiben und der Originalrechnung des Kabinenbaus, sowie Bilder über den Zustand des Fahrzeugs (innen und außen), wandten wir uns über Seabridge an die Versicherung. Dies wurde anerkannt und wir schlossen eine KFZ-Versicherung für Nordamerika (USA und Kanada) für 12 Monate ab und erhielten die Police. Die Versicherung lässt sich leider nur für 6 oder 12 Monate abschließen. Ungenutzte Zeiträume werden nicht erstattet.

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Welche Versicherungsgesellschaft versichert?

Zurzeit versichert allem Anschein nach nur eine einzige Versicherungsgesellschaft Wohnmobile über 25 Jahren. Dies ist die Thum Insurance, mit dieser Seabride und auch Frau Alessie aus den Niederlanden zusammen arbeitet. Preislich besteht kein Unterschied, nach deren Auskunft. Allerdings sollten unterschiedliche Anfragen über beide Agenten, was die Versicherungssumme angeht, vermieden werden. Dies könnte zu einen Versicherungsausschluss seitens Thum Insurance führen.

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Verschiffung von Hamburg nach Halifax

Das Fahrzeug zu verschiffen kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Entweder RoRo (Roll On – Roll Off): das Fahrzeug wird an Bord des Schiffen gefahren und im Zielhafen wieder runter. Oder eine Frachtschiffsreise, bei der man mit seinem Fahrzeug gemeinsam die Reise auf dem Frachtschiff antritt. Die Frachtschiffsreise hat den Vorteil, dass du selbst dein Fahrzeug an Bord fährst und wieder runter. Allerdings verschenkt die Rederei solch eine Reise nicht und die Kosten schnellen bei zwei Personen ziemlich nach oben. Natürlich kann auch nur der Fahrzeughalter mit fahren und der andere per Flugzeug hinterher.

Wir entschieden uns für die RoRo-Verschiffung nach Halifax (Kanada), da es eine sichere Route ist und keine Häfen in Afrika angefahren werden, wie bei der Verschiffung nach Südamerika.

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Seabridge ist eine sehr erfahrene Verschiffungs-Agentur, was man auch an den Bewertungen im Internet erkennt. Viele Fragen klären sich im Vorfeld per Telefon. Die Anfrage nach freien Verschiffungsplätzen stellten wir ebenfalls telefonisch. In der Nebensaison sind die Schiffe nicht so voll und es gab einige freie Termine innerhalb der nächsten vier Wochen. Umgehend kam eine Vorabkalkulation der Verschiffung für unser Fahrzeug und die Unterlagen für die Anfrage einer Kfz-Versicherung für Nordamerika, sowie Buchungsunterlagen zur Verschiffung per Email.

Sobald die Kfz-Versicherungspolice eintraf, buchten wir die Schiffspassage für den Unimog. Der komplette Buchungsverlauf lief sehr unkompliziert per Email ab. Im Anschluss an die Buchung sandte Seabridge uns ein umfangreiches Infopaket mit allen Details zur Verschiffung, Fahrzeugablieferung in Hamburg und –abholung in Halifax, erste Adressen in Halifax, sowie Anweisungen zum Wohnmobil seeklar machen.

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Bereits einige Tage vor der Verschiffung konnte der Unimog von uns nach Hamburg zum O’Swaldkai gebracht und kostenfrei abgestellt werden. Die Fahrzeugschlüssel mussten wir abgeben, aber den Schlüssel der abschließbaren Wohnkabine nicht! Der Unimog wurde an Bord gebracht und nach Ablegen des Schiffes übersandte Seabridge die Rechnung der Rederei per Email, die per Überweisung zu zahlen war. Danach kam das Data Freight Receipt auch per Email. Dieser Frachtbrief ist wichtig für die Fahrzeugabholung im Bestimmungsland.

Kurz vor Ankunft des Unimogs (Überwachung per Internet möglich), kontaktierten wir den Spediteur in Halifax per Email und vereinbarten einen Termin, um die Papiere für den kanadischen Zoll abzuholen.

Beim Zoll waren wir nach zehn Minuten wieder draußen. Und ähnlich schnell lief es am Hafen ab, bis wir den Unimog in Empfang nehmen konnten. Auf dem Parkplatz vor dem Hafen verluden wir unseren persönlichen Inhalt aus dem Mietwagen in den Unimog.

Das Infopaket von Seabridge war recht gut, nur bezieht es sich mehr auf die Hauptreisezeit und nicht auf den Winter in Kanada. Alle Stationen waren zwar gut mit GPS-Daten und Lageplan beschrieben, brachten uns nur recht wenig, da vieles im Winter, wie die Kanadier es so schön nennen „CLOSED FOR SEASON“, einfach geschlossen ist.

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Wo haben wir aufgefüllt?

Unsere Gastanks (LPG-Tankflasche von Safefill) konnten wir bei RONA ohne Probleme füllen und zahlten ca. 9€. Die Frischwassertanks befüllten wir kostenlos in Halifax an einer Tankstelle (Canadian Tire).

Die Kanadier sind unheimlich freundlich und hilfsbereit. Egal welches Problem, man muss sie einfach nur fragen und sie zeigen den Weg, indem sie vorausfahren oder geben einen Tipp, wo man garantiert eine Antwort erhält.

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Und was kostet nun der Spaß?

Die Verschiffungskosten werden nach Volumen berechnet. Wir haben mal unser Angebot euch hier eingestellt:

Verschiffung Kanada Berechnung

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Jago in Ungarn

Hallo Freunde, ich bin‘s Jago. Das letzte Mal erzählte ich euch meine Geschichte, wie ich vom Kettenhund zum Weltenbummler (Jago’s Geschichte) wurde. Mein neues Leben als Weltentdecker gefällt mir sehr gut. Jeder Tag ist anders und ich bin jeden Morgen gespannt was alles passieren wird.

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Meine neue Familie ist toll. Frauchen verwöhnt mich immer, sie bekommt ab und zu mal Ärger deswegen. Herrchen spielt und trainiert jeden Tag mit mir. Ich springe über 1 Meter hohe Baumstämme, klettere am Unimog hoch und springe auch schon hinein. Ihr fragt euch sicher, wie mir der Unimog gefällt. Ich sage euch, es ist richtig cool. Ein richtiges Männerauto, das passt zu Herrchen und mir. Stellt euch vor, ich besitze sogar eine eigene Couch. Die ist richtig bequem, nicht so wie die von den beiden. Die beschweren sich immer, dass ich mich so breit mache. Ich weiß gar nicht was sie haben, ich muss schließlich zwischen den Stinkfüßen liegen.

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Morgens warte ich ganz geduldig, bis die beiden endlich aufwachen. Wenn Frauchen ins Bad geht beginne ich schon mal mit meinem Yoga, da sie etwas mehr Zeit für ihre Fellpflege braucht. Fit für draußen und mit Frühstück gestärkt, wird erstmal die Umgebung erkundet. Mein Lieblings-Plätzchen ist in der Nähe der Hecktüre, denn dort werden meine Leckerlis aufbewahrt. Aber auch drinnen weiß ich ganz genau wann Frauchen was aus den Schränken zaubert.

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Abends ist Kuschelstunde mit Herrchen. Auf dem Boden machen wir es uns gemütlich und ich darf mich nach dem langen Tag an ihn kuscheln. Blitzschnell drehe ich mich auf den Rücken, damit er mir ausgiebig den Bauch kraulen kann. Oh, wie ich das liebe! Das hat im Käfig niemand mit mir gemacht.

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Das erste Land auf meiner großen Reise heißt Ungarn, indem ich schon so viel Neues erlebt habe. Das muss euch unbedingt erzählen:

Wir brauchten so einen Zettel um nach Ungarn zu fahren. Frauchen nannte es Vignette, komisches Wort, oder? „Das war wohl ganz schön teuer“, dachte ich mir, als ich ihr Gesicht sah. Ich würde ihr ja Geld geben, wenn ich nicht so chronisch pleite wäre.

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Gespannt wartete ich auf den ersten langen Halt in Ungarn. Als es dunkel wurde hielt mein neues Zuhause an einer Kirche im Ort Halászi. Das Dorf habe ich noch schnell erschnüffelt und fand es ganz nett, aber die ungarischen Menschen haben mich sehr unfreundlich angeschaut. „Na, das fängt ja gut an!“ murmelte ich. Nachts musste ich sogar mit einem kurzen „WAU“ für Ruhe sorgen, weil irgendjemand meinte er müsse nicht schlafen.

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Dann ging es weiter zum Balaton. Dies ist ein See, der sehr groß ist. Ich glaube durchschwimmen kann ich nicht, aber planschen. Auf dem Weg zum Balaton staunte Frauchen: „Schau mal, da ist ein schöner See.” Ich schaute aus der Tür und dachte mir: „Das ist aber ein kleiner See. Vielleicht sind wir doch nicht am Balaton?!” Egal, baden ist baden, also los…. PLATSCH! Alle Viere voraus in den See. Nach dem Baden gönnte ich mir ein Schläfchen im Schatten unterm Unimog, als plötzlich wildes Gebell aufkam. „Ruhe dahinten!”, bellte ich zurück. Es kamen ein fremder Mann und eine fremde Frau mit vier anderen Hunden. Schnell brachte mich mein Herrchen im Unimog in Sicherheit. Wer weiß wie die so drauf sind? Der Mann schnauzte Herrchen an und wir sollten sofort verschwinden. „Privatplatz”, sagte er. Komisch, es ist doch ein Picknickplatz mit Touristeninformation. Herrchen entschuldigte sich und war echt sauer, weil der Mann so unfreundlich war. Irgendwie gefallen mir diese ungarischen Menschen nicht. So mussten wir meinen schönen Spielplatz verlassen und mein Spielzeug lag auch noch im See. Man, war das ein blöder Tag!

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Ein paar Tage später brauchten wir Frischwasser. Dieses holen die beiden immer von Quellen. Quelle hört sich nicht nach Autobahn oder Landstraße an. Ich bin ja mal gespannt wo es hingeht. Nach einer Weile bog Herrchen auf einen Feldweg ab, und es begann zu schaukeln. Oh, daran muss ich mich noch etwas gewöhnen! Ich legte mich auf den Boden: „Achtung Kurve!“ und ich rutschte nach rechts. Ein Schlagloch folgte und ich lernte die linke Seite besser kennen. Nach den ersten Kurven schaute ich ziemlich skeptisch und Frauchen legte mir einen Anti-Rutsch-Teppich unter. Ja, so ging’s besser!

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An der Quelle angekommen genehmigte ich mir ein Nickerchen während die beiden das Frischwasser auffüllten. Gegen Abend fanden wir einen fantastischen Übernachtungsplatz zwischen den Feldern. Schwups, sprang ich aus dem Unimog und tobte mich mit Herrchen erstmal aus. Zwischen den Bäumen konnten wir ideal Verstecken spielen. Ihr glaubt nicht was dann passierte: Die Polizei kam und wollte unsere Ausweise sehen. Die dachten echt wir wären Zigeuner. Sowas, der Unimog schaut doch nicht wie ein Planwagen aus?! Aber die Polizisten waren sehr nett und erlaubten uns zu bleiben.

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Wieder unterwegs navigierte Frauchen (wie immer) und schickte Herrchen auf einen Schotterweg. Endlos holperten wir zwischen Weizen und Mais dahin. Über eine Stunde quälten wir uns über die sehr ausgewaschenen Wege und ich dachte schon die Stimmung kippt im Fahrerhaus. Denkt bloß nicht ich wäre daran Schuld, ich sitze immer ganz brav hinten. Auf einmal stoppte der Unimog und Frauchen kam nach hinten. Das ist meistens ein gutes Zeichen, dafür dass wir einen Platz gefunden haben (oder sie mal wieder einen Schrank offen gelassen hat). Ich schaute sie kritisch an, aber sie öffnete die Aufbautür. Schnell schob ich meinen Kopf durch den Spalt, muss ja schließlich wissen was los ist: „Wow, wir stehen auf einer kleinen Waldlichtung!”

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Eines Morgens, ich gönnte mir gerade ein Nickerchen im Schatten, kam ein Esel angelaufen und schaute nach was wir dort machten. „Wir wohnen hier, was denn sonst?” wauzte ich ihm zu. Da markierten Herrchen und ich schon extra unser Revier und der Esel hat es trotzdem nicht kapiert.

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Ich spielte Fangen mit den Vögeln, was aber kein Spaß machte, weil sie immer gleich beleidigt davon sausten. Die Fliegen spielen da schon länger mit. Allerdings schmecken die nicht so gut, da sind mir die Bienen viel lieber oder Herrchens Chips, die ich ab und zu stibitze.

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Das nächste Land heißt Rumänien und ich bin schon ganz gespannt. Bären soll es dort geben. Ich glaube der Geruch kribbelt schon in meiner Schnauze.

Weitere Eindrücke in unserem Video Ungarn.

 

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Deutschland und Österreich

Zwei Monate Sardinien haben gezeigt, was wir eigentlich für ‚Unterwegs‘ benötigen und was in unseren Augen einfach nur Stauraum nimmt. Ebenso lies unsere spontane Entscheidung, kurz über Deutschland zu fahren und nochmals umzupacken, die Möglichkeit zu, unser Frischwassersystem zu erneuern. Denn unser Frischwasser roch und schmeckte immer noch leicht nach Alge, trotz der bereits vorgenommenen Chlorreinigung auf Sardinien. Die Wasserleitungen im Alter von 13 Jahre ließen die Vermutung entstehen, dass es eher an den Wasserleitungen selbst und nicht an den Frischwassertanks läge.

Nach der Lieferung von Wasserleitungen, notwendigen Ersatzteilen und anderen reisetauglichen Dingen, begonnen wir mit der Erneuerung. Das Frischwassersystem hat ein paar tote Enden und jeweils eine Warm- und Kaltwasserleitung. Die Warmwassertherme flog schon vor einer Weile raus (nichts für Warmduscher), dadurch ist die Warmwasserleitung überflüssig und nur eine gefährliche Brutstelle für eventuelle Leckagen. Eine einzelne Druckwasserleitung ersetzt nun beide Wasserleitungen. Einige Bauteile wurden gewartet, andere wiederum ersetzt. Nach dem Einbau das freudige Ergebnis: Alles ist dicht und der Geschmack ist wieder wunderbar neutral.

Die Gelegenheit für die kleine Inspektion ließ sich Benny auch nicht entgehen, sowie das Kabinendach neu zu lackieren.

Deutschland (1)Frischwassersystemerneuerung (2)Frischwassersystemerneuerung (1)Frischwassersystemerneuerung (4)Frischwassersystemerneuerung (3)Frischwassersystemerneuerung (5)Deutschland (2)

Ein schönes Wiedersehen mit Familie, Freunden und Nachbarn ging nach zwei Wochen zu Ende und wir begaben uns auf die anstehende Balkanroute. In Bad Aibling unterbrachen wir unsere Reise vorerst, um zwei schöne Tage mit lieben Freunden zu verbringen. Die weitere Tour führte uns nach Österreich, die eine GoBox (elektronische Mautbox für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf Autobahnen und bestimmten Schnellstraßen) voraussetzt. Die Abrechnung erfolgt elektronisch anhand der Achsanzahl, Schadstoffklasse des Fahrzeuges und den gefahrenen Streckenkilometern.

Österreich (34)Österreich (27)Unimog 1300L fahren

Am Mondsee in Österreich verbrachten wir die erste Nacht. Bei einem abendlichen Spaziergang setzten wir uns auf eine Bank, um den See zu betrachten. Eine kleine Gruppe Chinesen unterhielt sich währenddessen auf der Bank hinter uns. Sie sprachen in ihrer Landessprache darüber, wie man wohl am besten die Einheimischen ansprechen könnte. Diese Frage gaben sie in ein Übersetzungsprogramm ein und einer las auf Englisch vor: „Are you an Aborigine?“ Benny schmunzelte, da er sie verstehen konnte und half der Gruppe auf Chinesisch aus. Ein lustiges Gespräch, indem Benny seine Chinesisch Kenntnisse wieder etwas auffrischen konnte, entstand.

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Als nächstes steuerten wir den Attersee an, auf dem wir endlich unser Schlauchboot ausprobieren konnten. Benny sonnte sich den halben Tag im Boot und genoss die traumhafte Aussicht auf die Berge, die den See umringten.

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Ein Zoobesuch im ‚Zoo Schmiding‘ tat einen weiteren tollen Übernachtungsplatz auf. Allerdings fanden wir knapp 20€ pro Person recht teuer, aber gaben uns dennoch einen Ruck die Portokasse zu plündern. Viele interessante Tiere und ein Museum der besonderen Art warteten auf uns. Fazit: Der Preis ist auf jeden Fall gerechtfertigt.

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Abends schauten wir ein bisschen im Internet, da wir schon länger auf der Suche nach einem kleinen Aufpasser sind. Auf der Internetseite der Tiervermittlung ‚Animal Hope Nitra‘ haben wir tatsächlich einen Vierbeiner entdeckt und mit der Pflegestelle einen Termin zur Besichtigung vereinbart. Diese Tiervermittlung holt Hunde aus einem Tierheim in der Slowakei (in Nitra) und bringt sie in Pflegefamilien in Österreich unter, bis sich ein passender Besitzer findet. Also suchten wir Babsi, bei der Jago wohnte, auf. Aus der ersten Beschnupperung entwickelte sich ziemlich schnell Sympathie. Um zu sehen, ob ‚Unimog fahren‘ ihm gefällt und wir ein gutes Dreierteam werden könnten, nahmen wir Jago zur Probe ein paar Tage mit. Babsi vermittelte uns einen Stellplatz auf dem Gelände der Hundeschule Wilhelmsburg.

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Dort machten wir die Bekanntschaft mit vielen lieben Menschen, die uns mit wahnsinniger Gastfreundschaft überhäuften. Egal welche Wehwehchen auftauchten, wir wurden von allen rundum versorgt. Mit Geschenken und Nettigkeiten überhäuft, können wir eigentlich nur ein von Herzen kommendes Dankeschön an Eva und Karl, Babsi, Thomas und Sabrina und all die Anderen sagen. Nach einer tollen Woche auf dem Hundeplatz in Wilhelmsburg und Jago im Schlepptau, verabschiedete man uns sogar mit einem kleinen Grillfest.

Übrigens: Die Geschichte von Jago „Vom Kettenhund zum Weltenbummler“ findet ihr hier: Jago’s Geschichte

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Nächster Haltepunkt war in Kapelln, an einem Pfarrheim und Naturlehrpfad. Jago konnte ausgiebig die Wälder erschnüffeln und wir lange Spaziergänge unternehmen. Tags darauf führte uns ein schmaler Weg zur Hochramalpe hinauf. Bernhard, ein Unimog-Liebhaber, zögerte nicht uns anzusprechen und in seine Werkstatt einzuladen. Bei ihm lernten wir auch Georg mit seinem Hund Ferdinand kennen. Jagos erste Spielfreundschaft entstand und die beiden tollten über den Hof, als gäbe es kein Morgen. Ein unvergesslicher Abend, bei Bier und Wein, mit langen Gesprächen über Gott und die Welt folgte.

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Langsam tasteten wir uns an Ungarn heran und übernachteten noch einmal in Parndorf, um am folgenden Tag die Grenze Österreichs hinter uns zu lassen.

 

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Jago’s Geschichte

Vom Kettenhund zum Weltenbummler!

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Hallo! Mein Name ist JAGO, ich bin ein Australien Cattle Dog, und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen:

Ich komme aus der Slowakei. Mit einem Kettenrest um meinen Hals wurde ich dort in einem Dorf aufgegriffen. Die Menschen denken, dass ich mich selbst befreit habe, nachdem ich im Wald ausgesetzt worden bin. Was wirklich passiert ist, erzähle ich euch lieber nicht. Die Menschen, denen ich im Dorf begegnet bin, hatten Mitleid mit mir und brachten mich in ein Tierheim in Nitra, einer Stadt in der Slowakei. Leider gab es dort 150 andere Hunde und nur 3 Pfleger und so saß ich ganz lange in einem Käfig fest. Ich wurde von Tag zu Tag immer trauriger. Was für ein mieses Leben!

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Eines Tages entdeckte mich die österreichische Tiervermittlung „Animal Hope Nitra“ und ich wurde von einer netten Österreicherin mit ihrem Auto aus Nitra abgeholt. Die Fahrt gefiel mir echt gut. In Österreich angekommen, bin ich in einer Pflegestelle auf einem Pferdehof gelandet. Da hat es mir schon ganz gut gefallen, aber ich wusste ja, dass ich nicht lange bleiben kann.

Nach kurzer Zeit kam ich nach Wilhelmsburg zur lieben Babsi, meiner neuen Pflegestelle. Sie hatte zwei andere Hunde, mit denen ich mich natürlich sehr gut vertragen habe, denn ich wusste, umso lieber ich bin, desto schneller finde ich ein Zuhause.

Nach drei Wochen meldete sich ein Pärchen aus Deutschland, dass gerade eine Weltreise macht. Boah, war ich aufgeregt, als sie mich besuchen wollten. Sie kamen mit einem riesen Gefährt, der Mann nannte es Unimog. Ich fragte mich: „Wie sieht es da drinnen wohl aus? Vielleicht darf ich nachher mal rein schauen.“ Lange unterhielten sie sich mit Babsi über mich und ich dachte schon, das nimmt kein Ende. Was die alles wissen wollten. Hatten wohl noch keinen Hund vorher. Ich muss wohl abwarten. Den Mann hab ich mir dann mal etwas genauer angeschaut und gemerkt: „Ja, der ist ganz nett“. Die Frau schien mir auch ok zu sein. Sie verabredeten mit Babsi mich übers Wochenende auf Probe im Unimog mitzunehmen. Ich hörte: „Hundeschule Wilhelmsburg“. Oh ja, das wäre cool. Endlich durfte ich mir auch den Unimog anschauen. Der könnte mir schon gefallen. Ich durfte auch gleich mitfahren. „Toller Sound“, dachte ich mir, „da leg ich mich gleich mal aufs Ohr und dös‘ eine Runde“.

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Auf dem Platz der Hundeschule in Wilhelmsburg gefiel es mir sehr gut. Jeden Tag kamen viele liebe Menschen vorbei. Karl und Eva mag ich sehr, sie haben dem Mann, nennt sich Benny, viel beigebracht. Karl ist nämlich Hundetrainer bei der Polizei. Thomas und Sabrina sind auch super lieb und ich hab sie echt gern. Von Thomas habe ich ganz viele Sachen geschenkt bekommen, Futter, Spielzeug uvm. Sabrina hat die Frau, sie heißt Tanja, medizinisch gut beraten und ausgestattet, denn sie kennt sich als Krankenschwester sehr gut aus.

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Benny trainierte viel mit mir und ging mit mir mehrfach über den Hundeparcour. Die Hindernisse sind ein Klacks für mich. Leckerli gab es auch immer, da macht das Ganze gleich noch viel mehr Spaß. Ich beobachte viel und kombiniere sehr schnell. Aufpassen gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

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Leider habe ich ein kleines Problem mit meinem linken Auge und die Beiden wollten das gerne wissen, was mir damals genau passiert ist. Babsi konnte für mich schon für Montag einen Termin beim Augenspezialisten organisieren. Mir war ganz mulmig zu Mute, ich möchte doch so gerne mit auf Weltreise gehen. Nach dem Termin beim Augenarzt stand es endgültig fest: Ich habe ein neues Zuhause! Babsi kam vorbei um die Bürokratie mit Herrchen und Frauchen abzuwickeln und es gab ein tolles Grillfest auf dem Platz der Hundeschule. Ich war natürlich dabei.

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Das Leben der beiden gefällt mir richtig gut: Action, Spaß und Entspannung. Genau so hab ich mir mein Leben vorgestellt. Mittlerweile liebe ich mein Herrchen über alles und würde ihn nie aus den Augen lassen. Auf Frauchen passe ich ganz gut auf, denn sie ist Herrchens Herrchen.

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Schade, dass wir nach einer Woche wieder weiter gezogen sind, dort wäre ich noch länger geblieben. Aber ich bin jetzt auch schon gespannt auf die große, weite Welt und was ich unterwegs alles entdecken kann. Vielleicht gibt es mal Gelegenheit einen Hasen oder Vogel zu jagen. Darf ich zwar nicht, aber mir jucken schon die Pfoten danach.

Jago, unser kleiner Zeitungsstar!

Die „Niederösterreichische Nachrichten“ haben einen tollen Artikel verfasst, aber lest selbst: Wilhelmsburg – Glückliche Fügung: Hund auf Weltreise

Meine Reiseabenteuer könnt ihr hier nach lesen:

Jago in Ungarn und Jago fliegt nach Kanada

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