Kanadas wilder Westen

Kanada gliedert sich im Westen in die Provinzen British Columbia, welche am Pazifischen Ozean liegt, in Alberta, durch die ein Großteil der Nationalparkrouten führt und im Norden in den Yukon und den Northwest Terrotories, die bis in die Arktis und ans Eismeer führen.

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Während in fast allen Teilen Kanadas bis Mai noch Schnee und Eis liegt, kann man bereits im März auf Vancouver Island den kanadischen Frühling erleben. Sonnige Temperaturen von bis zu 17 Grad Celsius erwärmen den Boden und die ersten Knospen an Büschen und Bäumen sprießen bereits. Aufgrund des milden Klimas im Südwesten von Kanada tummeln sich bereits die Touristen am Pazifischen Ozean. Eine kleine Expedition durch die Regenwälder lässt uns in die romantische Einsamkeit Vancouver Islands entfliehen.

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Im Sommer kann es aber auch ziemlich warm werden und wir schwitzen im Juni und Juli bei ca. 35 Grad Celsius. Beeindruckend ist die schnelle Schnee- und Eisschmelze. Innerhalb von zwei Wochen sind die restlichen meter hohen Schneeberge einfach verschwunden. Während die Seen noch langsam auftauen und das Eis „singt“, schwitzen wir nach dem langen Winter bereits bei 20 Grad Celsius.

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Unsere besten Routen?

Eine der traumhaftesten Routen ist der Sea to Sky Highway 99 ab Vancouver gen Norden, der im folgenden Verlauf auf den Cariboo Highway 97 trifft. Dieser führt weiter hinauf bis Prince George. Grandiose Bergmassive werden durchquert. Umso nördlicher wir kommen, desto ursprünglicher wird es.

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Eine weitere atemberaubende Strecke ist der Dempster Highway. Hierzu haben wir hier einen eigenständigen Bericht geschrieben.

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Natürlich sind auch die Nationalparkrouten, wie zum Beispiel der Icefields Parkway (Highway 93), der zwischen Jasper und Banff verläuft, ein Erlebnis. Das Columbia Icefield, ein großer begehbarer Gletscher, zeigt wie enorm die Rocky Mountains sind. Türkisblaue Seen und dahinter majestätische Berge lassen uns in Ehrfurcht vor der Natur verharren.

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Der Alaska Highway von Dawson Creek bis Alaska, führt auch durch den Yukon. Einsamkeit, Ruhe und Natur pur zeichnen diese Provinz aus. Im April und Mai ist von den Touristen noch nicht viel zu sehen und wir fahren teilweise hundert Kilometer ohne einer Menschenseele zu begegnen. Leider gab es in den letzten Jahren sehr viele Waldbrände. Gefühlt fast die gesamte Strecke entlang sind die Überreste der Feuer, ausgelöst durch Blitze oder Unachtsamkeit, zu sehen. Aber die Natur erholt sich und wir sehen viele Bisons, Rentiere, Elche, Erdmännchen und Adler auf dem Weg. Auch die Schwarzbären sind schon wach und tummeln sich am Straßenrand, denn sie haben Hunger nach dem langen Winterschlaf. Einer war besonders gierig und hing oben in der Baumkrone, um sich die Knospen schmecken zu lassen.

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Die Kanadier,

ein Volk für das wir größte Sympathie entwickelt haben. Sieben Monate in Kanada und viele Gespräche haben uns Einblicke in die Wesens- und Lebensart der Menschen dort gegeben. Überall erleben wir nur freundliche und hilfsbereite Menschen. Egal welcher ursprünglichen Herkunft sie sind, alle haben Respekt und viel Toleranz anderen gegenüber. Wir wurden oft nach Hause eingeladen und uns blieb kaum eine Tür verschlossen. Kanadier sind stets für einen kleinen Plausch zu haben und strahlen unheimlich viel Geduld und Interesse aus.

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Was haben wir erlebt?

Wir konnten im Tiefschnee SnowMobil fahren und sind doch tatsächlich bis zur Hüfte versumpft. Mit vereinten Kräften konnten wir uns und auch das Schneemobil befreien und die wilde Fahrt weiter genießen.

Ein echter kanadischer Buschpilot hat uns zu einem Rundflug über die Northern Rockies eingeladen. Kanada von oben zu sehen ist ein grandioses Erlebnis und wir werden dies nie vergessen, sowie auch die Turbulenzen, die die kleine Maschine so richtig durchrüttelten.

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In Watson Lake haben wir den Schilderwald besucht und in Dawson City hat Benny sich der Mutprobe gestellt und den legendären SourToe-Cocktail getrunken. Ein echter menschlicher Zeh wird in einen Schnaps deiner Wahl gegeben. Wer den Zeh verschluckt wird ordentlich zur Kasse gebeten. Hier geht es zum SourToe Cocktail Video.

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Freunde, bei denen wir auf der Farm stehen durften, haben uns auf eine Kuhauktion mitgenommen. Wir wurden Zeuge wie die Jungs und Mädels ihre eigens von Hand aufgezogenen Stiere, Schweine und Schafe stolz präsentieren und an den meist bietenden verkaufen.

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Auch Jago hat seinen Spaß und erkundet Kanada auf vielen Spaziergängen. Er schließt viele Freundschaften und kennt mittlerweile die kanadische Tierwelt. Leider erregte auch ein toter Rehschädel seine Aufmerksamkeit, den er uns als Geschenk aus dem Wald mitgebracht hat.

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Mit dem Quad quer durch den Busch zu brausen und ein paar Rehe aufzuscheuchen, macht ebenfalls viel Spaß. Aber leider lassen dich die Moskitos auch tagsüber nicht in Frieden.

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Wenn nachts die Wölfe und Kojoten in unmittelbarer Nähe heulen, und die Bären deinen Grill vom Vorabend nach Essensresten untersuchen, dann weißt du: Du bist in Kanadas wildem Westen!

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Dempster Highway

Dempster Highway – Fluch oder Segen?

Eine der schönsten Strecken in Kanada ist der Dempster Highway (auch bekannt als: Yukon Highway 5 / Northwest Territories Highway 8). Aber was ist so faszinierend an den knapp 730 Kilometern Schotterpiste?

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Einsame Weite und die wunderbare Tundra belohnen jeden Naturliebhaber. Zwischen Bergen, Gletschern und Wäldern tummeln sich Polarfuchs, Grizzlybär, Eisbär und Co. Auf Wiesen, Flüssen und Seen zeigt die Vogelwelt ihre schönsten Polarvögel. Auch die Rentiere sind hier zuhause. Kanada zeigt all seine Facetten auf diesem kurzen Stückchen Erde.

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In den Sommermonaten wird es kaum dunkel, eigentlich gar nicht. Im Winter wird es nicht richtig hell. Grandiose Naturschauspiele ziehen dich in ihren Bann und die vielen Kilometer sind eine willkommene Abwechslung, der sonst so langen Strecken in Kanada.

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Der Dempster Highway endet nach knapp 730 km in der Stadt Inuvik. Von hier führt der Mackenzie Valley Highway durch das Mackenzie Delta bis zur nördlichsten Stadt Tuktoyaktuk. Im Sommer 2017 wurde die neue Straße für alle geöffnet. Die komplette Strecke bis nach „Tuk“ (von den Einheimischen genannt) beträgt 890 km.

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Beste Reisezeit?

Die beste Reisezeit gibt es nicht, denn

  • im Frühling (wir fuhren April/Mai) erwarten dich extreme Veränderungen in den Jahreszeiten (mehr dazu unten),
  • im Sommer (Juli-August) faszinieren die großen Blumenblüten,
  • im Herbst schimmern die Wälder in allen Farben
  • im Winter erlebt man Eis und Schnee der Extreme.

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Streckenzustand, 4WD oder 2WD?

Die Strecke an sich ist in einem überraschend guten Zustand, mit verhältnismäßig wenigen Schlaglöchern. Normalerweise kann auch jedes normale Auto oder Camper den Dempster Highway fahren. Allerdings muss man sich auf überraschende Veränderungen einstellen. Die einsetzende Schneeschmelze oder Regenschauer können die Erd-/Schotterpiste in eine Matschpiste verwandeln. Das hochglanzpolierte Fahrzeug kommt nach der Schlammschlacht keinesfalls sauber zurück (siehe unten: Unimog vorher und nachher). Allrad kann zu bestimmten Jahreszeiten, oder nach Regenschauern, von Vorteil sein.

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Streckenverlauf:

Am Beginn des Dempster Highways ist ein Parkplatz. Hier kann, wer möchte und kann, den Reifenluftdruck ablassen und letzte Vorbereitungen am Fahrzeug treffen. Zum Schutz unserer Windschutzscheibe vor Steinschlägen haben wir eine Plexiglasscheibe davor angebracht.

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Die ersten Kilometer verlaufen durch ein schönes Waldstück, der Frühling zeigt sich. Die ersten Knospen sprießen an den Büschen und Bäumen, die Sonne wärmt durch die Windschutzscheibe und es ist T-Shirt angesagt. Rechts und links der Strecke beginnen die ersten Berge und geben einen ersten Eindruck. Nach circa 70 km geht es hinauf in den Tombstone Park, Schneereste auf der Straße lassen den Winter erahnen. Oben angekommen stockt uns der Atem. Die vor uns liegende arktische Landschaft gleicht einer verschneiten Mondlandschaft. Es folgen 300 km bis Eagle Plains. Auf der Bergkette entlang fährt man in den Polarkreis (Arctic Cicle) ein. Rechts und links lassen sich gegensetzige Wetterschauspiele beobachten. Nach kurzer Zeit geht es vom Yukon in die North West Terretories über. Nach den letzten Bergmassiven wird es flacher und die letzten rund 330/480 km, in dessen Verlauf auch zwei Flüsse überquert werden müssen, bis Inuvik/Tuktoyaktuk sind wieder von Wälder, Flüssen und Seen durchzogen.

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Flussüberquerung: Fähre oder Eis?

Zwei Flüsse müssen überquert werden, von Süden kommend zuerst der Peel River und knapp 70 Kilometer später der Mackenzie River. Im Sommer (Juni-Oktober) ist dies ganz einfach mit der Fähre möglich. Im Winter (November/Dezember-April/Mai) wird aus dem Fluss eine Eisbrücke, das sogenannte IceCrossing. Ende April/Anfang Mai schließt das IceCrossing. Schafft man es nicht mehr vom Norden zurück, sitzt man für einige Wochen zwischen Inuvik, Mackenzie River und Peel River fest.

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Stellplätze, Wasserversorgung und WCs:

Am kompletten Highway gibt es rechts und links neben der Piste kleinere und größere Einbuchtungen, die hervorragend zum Übernachten geeignet sind. Auch Campgrounds und Picknickplätze finden sich entlang des Dempster Highways.

Auf der ganzen Strecke befinden sich immer wieder Parkpläze mit Müllentsorgungsmöglichkeiten und WC-Häuschen.

Nach dem Teilstück Eagle Plains/NWT (Northwest Territories) gibt es am Bergausläufer eine Servicestation die auch Trinkwasser bereitstellt. Es wird mittels Schild darauf hingewiesen.

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Tankmöglichkeiten:

Zu Beginn des Dempsters befindet sich noch eine Tankstelle oder im circa 40 km entfernten Dawson City. Auf der Strecke gibt es nach 370 km ein Motel mit Restaurant, RV Park und Tankmöglichkeit in Eagle Plains. Hier sollte man sich schlau machen bezüglicher Streckensperrungen (siehe unten). Nach dem Peel River ist der kleine Ort Fort McPhearson, der ebenfalls zwei Tankstellen hat. Weitere Tankstellen gibt es wieder in Inuvik.

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Streckensperrungen:

Ab Eagle Plains kann der folgende Streckenverlauf von rund 180 km bis Fort McPhearson gesperrt werden. Die Strecke führt über ein großes Bergmassiv. Dort beginnt der Polarkeis! Extreme Schneestürme und Wetterschwankungen können eintreffen.

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Die Strecke kann auch während der Durchfahrt gesperrt werden, was uns passierte:

Die geöffnete Schranke in Eagle Plains und bestes Wetter verleiten uns weiter zu fahren und später zu halten. Am Polarkreis angekommen, machten wir eine kurze Mittagspause. Die Aussicht war fantastisch. Die Arktis leuchtete strahlend weiß. Allerdings wurde es ziemlich windig, so sehr, dass es unsere Plexiglasscheibe zerriss. Wir fuhren weiter, als der Wind sich noch verstärkte und Schnee fiel. Auf einmal schwand unsere Sicht auf 1 Meter. Die Straße war nur noch zu erahnen. Stehenbleiben war keine Option. Am Übertritt in die Northwest Territories versuchten wir anzuhalten. Aber als der Wind unseren 7,5 Tonnen schweren Unimog zur Seite schob und es fast unsere Spiegel abriss, mussten wir irgendwie weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahmen Wind und Schneetreiben ab. Die Sicht stieg auf 10 Meter, dann 50 Meter und dann endlich 100 Meter. Der Schnee traf immer noch im 90 Grad Winkel auf uns, aber die Straße war wieder ersichtlich. Auf einmal standen wir vor einer Straßensperrung. Die geschlossene Schranke vor uns signalisierte „Road Closed“. Na toll, da wurde doch glatt die Strecke gesperrt, während wir die Aussicht genossen und der Schneesturm aufzog. Vor Ironie lachend und dankbar, dass sich die Schranke von uns öffnen ließ, fuhren wir durch die Straßensperrung. Was für ein Abenteuer! Übrigens ist die Strecke ohne Schneesturm ein absoluter Traum!

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Der Dempster Highway ist für uns eine der schönsten Routen in Kanada. Er ist gleichzeitig Abenteuer und ein Fest für die Sinne!

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SourToe Cocktail

Ab und zu muss man auf einer Weltreise auch mal etwas Verrücktes tun. Also hat Benny den weltberühmten SourToe Cocktail getrunken!

Was ist der SourToe Cocktail? Es ist ein abgestorbener, menschlicher Zeh der mit einem hochprozentigem Schnaps getrunken wird. Man darf den Zeh nicht schlucken, muss ihn allerdings mit seinen Lippen berühren.

Diese verrückte Tradition wird in Dawson City (Kanada), der bekannten Goldsucherstadt, gepflegt. Benny wurde in den SourToe Cocktail Club aufgenommen und ist Mitglied Nr. 77.379.

 

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Sardinien – Teil 2

Wasserschlange beim Baden und Schlammbad mit dem Unimog

Nach unserem Aufenthalt am Porto Palmas fuhren wir weiter nach Süden. Die Route ging über die Küstenstraße Litoranea von Alghero nach Bosa. An dieser wunderschönen Küstenstraße gibt es einen Parkplatz (N 40°28’09.83“ – E 08°22’50.16“) mit einer natürlichen Bergquelle. Ein Einheimischer sagte, es sei eines der besten Trinkwasser, die wir auf Sardinien bekommen könnten. Somit füllten wir ein paar Liter in unsere Wassertanks (über 200 Liter mit einer 10 Liter Gießkanne). Das morgendliche Workout war somit jedenfalls erfolgreich.

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Gegen Abend erreichten wir, über ein paar landschaftlich sehr schöne Umwege, die kleine Hafenstadt Bosa in der Provinz Oristano. Ein wunderschönes Städtchen, das noch an das alte Sardinien mit seinen engen Häusergassen ohne Stromleitungen, erinnert. In der Innenstadt herrschte gemütliches Treiben, die Straßen wurden schon für Ostern geschmückt und die kleinen Kaffees putzten sich aus ihrem Winterschlaf heraus.

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Wir haben uns für einen kostenlosen Wohnmobil-Parkplatz in naher Stadtlage am Fiume Temo mit seinen kleinen Fischerbooten entschieden.

Nachdem das Wetter einbrach, entschlossen wir uns für einen Badetag in Fordongianus. Ein Teil des Dorfes Fordongianus besteht noch aus der Römerzeit, die durch alte Ruinen erkennbar ist.

Dort gibt es noch natürlich heiße Thermalquellen, die in den Fluss Tirso münden. Durch die Vermischung von 53° Celsius heißem Thermalwasser und dem kalten Flusswasser entstehen ideale Badetemperaturen. In den, von Menschenhand erbauten Bade-Steinkreisen herrschen Temperaturen von ca. 35° bis ca. 50° Celsius.  Je nach Lust und Laune kann man die Steine so umschichten, dass sich dadurch die Badetemperatur verändert. Während Bennys erstem Badeausflug gesellte sich etwas Längliches unter Wasser unbemerkt zu ihm. Tanja stand neben dran und beobachtete dies einige Zeit. Ohne die richtigen Worte zu finden, erwähnte sie beiläufig: „Ich glaube da ist eine Schlange neben dir.“  Benny richtete sich daraufhin ruckartig auf und sah dieses ca. 50 cm lange, sich schlängelndes Etwas, vor seinen Beinen, auf sich zukommen. Unter rekordverdächtigem Tempo hechtete er aus dem Becken, ohne auf die Idee zu kommen, noch ein Foto für die Nachwelt zu machen. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es ein Aal war. Diese tummeln sich gerne in den warmen Gewässern Sardiniens.  Egal, gebadet hatte Benny für heute genug und das abendliche Glas Rotwein trug zur Entspannung bei.

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Nach zwei Regentagen lockte uns die Sonne wieder. Also fuhren wir nach Oristano, um in einem kleinen Waschsalon unsere Wäsche zu waschen. Die Besitzer waren sehr freundlich und ein lustiges Lernstündchen in „Sardisch-Deutsch / Deutsch-Sardisch“ folgte.

Mit gewaschener Wäsche ging es nun Richtung Maimoni und wir folgten brav dem Navigationsgerät Richtung Strand. Als die Teerstraße in eine Schotterpiste und die Schotterpiste in eine für normale Fahrzeuge unbefahrbare Schlammpiste mündete, stand Benny die Freude schon ins Gesicht geschrieben. Die Schlammpiste wurde durch die letzten beiden Regentage zu einer wahren Schlammgrube mit nicht absehbarem Ende. Als sich der Unimog dann noch durch dichtes Gestrüpp schlängelte, war die Allradzuschaltung unumgänglich. Nach einiger Zeit entwickelten die, von Schlamm zugesetzten, Räder kaum mehr Traktion und die Freude wich der Euphorie. Das anschließende Besichtigen des Unimogs ließ erkennen: „Hier ist eine Hochdruckreinigung wohl notwendig.“

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Zielpunkt der Schlammschlacht war der Portu Suedda und wir fanden für die nächsten Tage einen tollen Stellplatz in Wurfweite vom Sandstrand. Das kleine, verfallene Haus und die Landschaft im Hintergrund erinnerten an einen englischen Liebesroman.

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Mit unserem Roller erkundeten wir das Umland und den Salzsee „Stagno Sale `e Porcus“. Ganz in Weiß und fast wie feuchter Ton lag er vor uns. Am Wegesrand wuchsen Artischocken, die uns das Abendessen sicherten.

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Am Abend machten wir, ungefähr 200m von unserem Schlafplatz entfernt, einen Fund direkt am Strand. Das verrostete Objekt (ca. 80cm groß und wohl um die 100kg schwer) lag im Sand und das Absperrband flatterte am Boden. Einen Meter weiter hing ein mit Gummibändern am Stein befestigter Brief der Küstenwache. Diesem konnte man entnehmen, dass es sich wohl um eine alte Seemine handelt. Topfschlagen sollte man am Strand von Sardinien wohl nicht unbedingt spielen.

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Sardinien – Teil 1

Erste Eindrücke und erste Pannen

Nach einer leicht verzögerten Abfahrt, aufgrund einiger kleiner Pannen (Wasserleitung undicht, Bruch der Ölablassschraube für das hintere Vorgelege und Bremslicht defekt), brachen wir am Freitag, den 17.März 2017, Richtung Sardinien auf. Wir fuhren über die Schweiz nach Italien, da die Maut für Fahrzeuge >3,5 t in Österreich deutlich teurer wäre (ca. 60€), als die Schwerlastabgabe (25€) in der Schweiz.

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Am Sonntag darauf kamen wir mittags im Hafen von Livorno an und begaben uns auf die Suche nach Tickets. Die Tagfahrt am Montagmorgen, von Livorno nach Olbia, mit GrimaldiLines war die günstigste Alternative, die wir buchten. Die Überfahrt dauerte ca. 8 Stunden und wir kamen während der Überfahrt mit vielen netten Menschen ins Gespräch.

Am Abend haben wir unseren ersten Stellplatz, einen kleinen Spot am Meer, in der Nähe von Palau gefunden.

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Nach der ersten Verschnaufpause fuhren wir weiter nach Capo Testa. Wieder fanden wir direkt am Strand einen schönen Platz. Die erste Panne drohte, denn das bereits abgedichtete Wasserleitungsende tropfte wieder. Benny hat es notdürftig mit Dekalin gestopft, was aber leider nicht von langer Dauer war.

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Am nächsten Tag ging es ein Stück weiter Richtung Süden. Wir entdeckten einen wunderschönen Dünenparkplatz direkt am Strand von Rena Majore. Die erhoffte, schnelle Fahrt über die einzelne Düne erwies sich als festgefahrene Situation. Also, Luft aus den Reifen ablassen, Unimog ausbuddeln und das Ganze nochmal von vorne.

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Nach einem ausgedehnten Dünenspaziergang am Strand, hörten wir die Wasserpumpe, die wir vergessen hatten auszuschalten. Schnell schauten wir in den Innenraum und sahen das Dilemma. Circa 40-50 Liter Wasser sind durch das gestopfte Wasserleitungsende in den Innenraum gelaufen. Glück im Unglück war, dass wir schräg standen und fast alles in die Duschwanne geflossen ist und der Wäschekorb den Rest aufgefangen hatte. Schnell den Duschwannenstopfen gezogen und erste Pannenbewältigung betrieben. Da es schön sonnig war, konnte die Wäsche im Sand trocknen und alles ausbaut werden. Der Kunststoff-Weinkorken vom Vorabend wurde zweckentfremdet. Zurechtgeschnitten erwies er sich als guter Stopfen für das Wasserleitungsende. Mal schauen wie lange es hält. Nachdem über Nacht das Holz abgetrocknet war, sägte Benny die Holzverkleidung des Toilettenausschnittes aus, um an die Armaturen zu kommen und den Schaden besser beurteilen zu können. Das Ausmaß hielt sich in Grenzen. Benny baute aus dem herausgesägten Brett zwei Streben und setzte sie ein. So haben wir dadurch sogar einen neuen kleinen Stauraum hinzugewonnen.

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Leider hatte sich durch den Wassereinbruch unser Frischwasser extrem minimiert. Wir wollten noch einen Tag bleiben, also haben wir mit Meerwasser gekocht.

Am nächsten Tag ging es nach Argentiera. Eine Geisterstadt. Verlassene und verfallene Häuser, eine alte Mine und dazwischen ein kleines schönes Café, in dessen Innerem man nicht denken könnte, man ist in einer Ruinenstadt. Eine Anzeigentafel klärte über die Belastung des Strandes und des Meeres mit Gefahrstoffen, wie z.B. Arsen, auf und warnte vor dem längeren Aufenthalt am Strand. Diese stammen vermutlich aus dem Minenabbau. Wahrscheinlich stoppte deswegen auch der Bau einiger Hotels und Anlagen für den Tourismus. Aber dennoch leben hier Menschen, wir wurden sogar mit einem „Grüß Gott“ begrüßt.

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Ganz in der Nähe von Argentiera hielten wir an einem herrlichen Offroad-Park und verbrachten dort ein paar Tage. Dort stockten wir erstmal unser Gewürzregal mit dem, in Massen, wild wachsenden Rosmarin auf. Mit der herzlichen Schweizerin Sarah haben wir einen lustigen Abend bei „Mirto und Pane“ verbracht, bevor es uns weiter südwärts trieb.

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