Kanadas wilder Westen

Kanada gliedert sich im Westen in die Provinzen British Columbia, welche am Pazifischen Ozean liegt, in Alberta, durch die ein Großteil der Nationalparkrouten führt und im Norden in den Yukon und den Northwest Terrotories, die bis in die Arktis und ans Eismeer führen.

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Während in fast allen Teilen Kanadas bis Mai noch Schnee und Eis liegt, kann man bereits im März auf Vancouver Island den kanadischen Frühling erleben. Sonnige Temperaturen von bis zu 17 Grad Celsius erwärmen den Boden und die ersten Knospen an Büschen und Bäumen sprießen bereits. Aufgrund des milden Klimas im Südwesten von Kanada tummeln sich bereits die Touristen am Pazifischen Ozean. Eine kleine Expedition durch die Regenwälder lässt uns in die romantische Einsamkeit Vancouver Islands entfliehen.

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Im Sommer kann es aber auch ziemlich warm werden und wir schwitzen im Juni und Juli bei ca. 35 Grad Celsius. Beeindruckend ist die schnelle Schnee- und Eisschmelze. Innerhalb von zwei Wochen sind die restlichen meter hohen Schneeberge einfach verschwunden. Während die Seen noch langsam auftauen und das Eis „singt“, schwitzen wir nach dem langen Winter bereits bei 20 Grad Celsius.

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Unsere besten Routen?

Eine der traumhaftesten Routen ist der Sea to Sky Highway 99 ab Vancouver gen Norden, der im folgenden Verlauf auf den Cariboo Highway 97 trifft. Dieser führt weiter hinauf bis Prince George. Grandiose Bergmassive werden durchquert. Umso nördlicher wir kommen, desto ursprünglicher wird es.

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Eine weitere atemberaubende Strecke ist der Dempster Highway. Hierzu haben wir hier einen eigenständigen Bericht geschrieben.

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Natürlich sind auch die Nationalparkrouten, wie zum Beispiel der Icefields Parkway (Highway 93), der zwischen Jasper und Banff verläuft, ein Erlebnis. Das Columbia Icefield, ein großer begehbarer Gletscher, zeigt wie enorm die Rocky Mountains sind. Türkisblaue Seen und dahinter majestätische Berge lassen uns in Ehrfurcht vor der Natur verharren.

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Der Alaska Highway von Dawson Creek bis Alaska, führt auch durch den Yukon. Einsamkeit, Ruhe und Natur pur zeichnen diese Provinz aus. Im April und Mai ist von den Touristen noch nicht viel zu sehen und wir fahren teilweise hundert Kilometer ohne einer Menschenseele zu begegnen. Leider gab es in den letzten Jahren sehr viele Waldbrände. Gefühlt fast die gesamte Strecke entlang sind die Überreste der Feuer, ausgelöst durch Blitze oder Unachtsamkeit, zu sehen. Aber die Natur erholt sich und wir sehen viele Bisons, Rentiere, Elche, Erdmännchen und Adler auf dem Weg. Auch die Schwarzbären sind schon wach und tummeln sich am Straßenrand, denn sie haben Hunger nach dem langen Winterschlaf. Einer war besonders gierig und hing oben in der Baumkrone, um sich die Knospen schmecken zu lassen.

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Die Kanadier,

ein Volk für das wir größte Sympathie entwickelt haben. Sieben Monate in Kanada und viele Gespräche haben uns Einblicke in die Wesens- und Lebensart der Menschen dort gegeben. Überall erleben wir nur freundliche und hilfsbereite Menschen. Egal welcher ursprünglichen Herkunft sie sind, alle haben Respekt und viel Toleranz anderen gegenüber. Wir wurden oft nach Hause eingeladen und uns blieb kaum eine Tür verschlossen. Kanadier sind stets für einen kleinen Plausch zu haben und strahlen unheimlich viel Geduld und Interesse aus.

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Was haben wir erlebt?

Wir konnten im Tiefschnee SnowMobil fahren und sind doch tatsächlich bis zur Hüfte versumpft. Mit vereinten Kräften konnten wir uns und auch das Schneemobil befreien und die wilde Fahrt weiter genießen.

Ein echter kanadischer Buschpilot hat uns zu einem Rundflug über die Northern Rockies eingeladen. Kanada von oben zu sehen ist ein grandioses Erlebnis und wir werden dies nie vergessen, sowie auch die Turbulenzen, die die kleine Maschine so richtig durchrüttelten.

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In Watson Lake haben wir den Schilderwald besucht und in Dawson City hat Benny sich der Mutprobe gestellt und den legendären SourToe-Cocktail getrunken. Ein echter menschlicher Zeh wird in einen Schnaps deiner Wahl gegeben. Wer den Zeh verschluckt wird ordentlich zur Kasse gebeten. Hier geht es zum SourToe Cocktail Video.

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Freunde, bei denen wir auf der Farm stehen durften, haben uns auf eine Kuhauktion mitgenommen. Wir wurden Zeuge wie die Jungs und Mädels ihre eigens von Hand aufgezogenen Stiere, Schweine und Schafe stolz präsentieren und an den meist bietenden verkaufen.

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Auch Jago hat seinen Spaß und erkundet Kanada auf vielen Spaziergängen. Er schließt viele Freundschaften und kennt mittlerweile die kanadische Tierwelt. Leider erregte auch ein toter Rehschädel seine Aufmerksamkeit, den er uns als Geschenk aus dem Wald mitgebracht hat.

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Mit dem Quad quer durch den Busch zu brausen und ein paar Rehe aufzuscheuchen, macht ebenfalls viel Spaß. Aber leider lassen dich die Moskitos auch tagsüber nicht in Frieden.

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Wenn nachts die Wölfe und Kojoten in unmittelbarer Nähe heulen, und die Bären deinen Grill vom Vorabend nach Essensresten untersuchen, dann weißt du: Du bist in Kanadas wildem Westen!

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The Dempster Highway

Der Dempster Highway in Kanada ist eine atemberaubende Strecke. In diesem Video siehst du einen kleinen Zusammenschnitt unseres Trips nach Inuvik. Einen detaillierten Bericht über unseren Roadtrip findest du hier.

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Und jetzt: Komm mit uns auf den Dempster Highway…

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Dempster Highway

Dempster Highway – Fluch oder Segen?

Eine der schönsten Strecken in Kanada ist der Dempster Highway (auch bekannt als: Yukon Highway 5 / Northwest Territories Highway 8). Aber was ist so faszinierend an den knapp 730 Kilometern Schotterpiste?

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Einsame Weite und die wunderbare Tundra belohnen jeden Naturliebhaber. Zwischen Bergen, Gletschern und Wäldern tummeln sich Polarfuchs, Grizzlybär, Eisbär und Co. Auf Wiesen, Flüssen und Seen zeigt die Vogelwelt ihre schönsten Polarvögel. Auch die Rentiere sind hier zuhause. Kanada zeigt all seine Facetten auf diesem kurzen Stückchen Erde.

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In den Sommermonaten wird es kaum dunkel, eigentlich gar nicht. Im Winter wird es nicht richtig hell. Grandiose Naturschauspiele ziehen dich in ihren Bann und die vielen Kilometer sind eine willkommene Abwechslung, der sonst so langen Strecken in Kanada.

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Der Dempster Highway endet nach knapp 730 km in der Stadt Inuvik. Von hier führt der Mackenzie Valley Highway durch das Mackenzie Delta bis zur nördlichsten Stadt Tuktoyaktuk. Im Sommer 2017 wurde die neue Straße für alle geöffnet. Die komplette Strecke bis nach „Tuk“ (von den Einheimischen genannt) beträgt 890 km.

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Beste Reisezeit?

Die beste Reisezeit gibt es nicht, denn

  • im Frühling (wir fuhren April/Mai) erwarten dich extreme Veränderungen in den Jahreszeiten (mehr dazu unten),
  • im Sommer (Juli-August) faszinieren die großen Blumenblüten,
  • im Herbst schimmern die Wälder in allen Farben
  • im Winter erlebt man Eis und Schnee der Extreme.

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Streckenzustand, 4WD oder 2WD?

Die Strecke an sich ist in einem überraschend guten Zustand, mit verhältnismäßig wenigen Schlaglöchern. Normalerweise kann auch jedes normale Auto oder Camper den Dempster Highway fahren. Allerdings muss man sich auf überraschende Veränderungen einstellen. Die einsetzende Schneeschmelze oder Regenschauer können die Erd-/Schotterpiste in eine Matschpiste verwandeln. Das hochglanzpolierte Fahrzeug kommt nach der Schlammschlacht keinesfalls sauber zurück (siehe unten: Unimog vorher und nachher). Allrad kann zu bestimmten Jahreszeiten, oder nach Regenschauern, von Vorteil sein.

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Streckenverlauf:

Am Beginn des Dempster Highways ist ein Parkplatz. Hier kann, wer möchte und kann, den Reifenluftdruck ablassen und letzte Vorbereitungen am Fahrzeug treffen. Zum Schutz unserer Windschutzscheibe vor Steinschlägen haben wir eine Plexiglasscheibe davor angebracht.

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Die ersten Kilometer verlaufen durch ein schönes Waldstück, der Frühling zeigt sich. Die ersten Knospen sprießen an den Büschen und Bäumen, die Sonne wärmt durch die Windschutzscheibe und es ist T-Shirt angesagt. Rechts und links der Strecke beginnen die ersten Berge und geben einen ersten Eindruck. Nach circa 70 km geht es hinauf in den Tombstone Park, Schneereste auf der Straße lassen den Winter erahnen. Oben angekommen stockt uns der Atem. Die vor uns liegende arktische Landschaft gleicht einer verschneiten Mondlandschaft. Es folgen 300 km bis Eagle Plains. Auf der Bergkette entlang fährt man in den Polarkreis (Arctic Cicle) ein. Rechts und links lassen sich gegensetzige Wetterschauspiele beobachten. Nach kurzer Zeit geht es vom Yukon in die North West Terretories über. Nach den letzten Bergmassiven wird es flacher und die letzten rund 330/480 km, in dessen Verlauf auch zwei Flüsse überquert werden müssen, bis Inuvik/Tuktoyaktuk sind wieder von Wälder, Flüssen und Seen durchzogen.

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Flussüberquerung: Fähre oder Eis?

Zwei Flüsse müssen überquert werden, von Süden kommend zuerst der Peel River und knapp 70 Kilometer später der Mackenzie River. Im Sommer (Juni-Oktober) ist dies ganz einfach mit der Fähre möglich. Im Winter (November/Dezember-April/Mai) wird aus dem Fluss eine Eisbrücke, das sogenannte IceCrossing. Ende April/Anfang Mai schließt das IceCrossing. Schafft man es nicht mehr vom Norden zurück, sitzt man für einige Wochen zwischen Inuvik, Mackenzie River und Peel River fest.

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Stellplätze, Wasserversorgung und WCs:

Am kompletten Highway gibt es rechts und links neben der Piste kleinere und größere Einbuchtungen, die hervorragend zum Übernachten geeignet sind. Auch Campgrounds und Picknickplätze finden sich entlang des Dempster Highways.

Auf der ganzen Strecke befinden sich immer wieder Parkpläze mit Müllentsorgungsmöglichkeiten und WC-Häuschen.

Nach dem Teilstück Eagle Plains/NWT (Northwest Territories) gibt es am Bergausläufer eine Servicestation die auch Trinkwasser bereitstellt. Es wird mittels Schild darauf hingewiesen.

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Tankmöglichkeiten:

Zu Beginn des Dempsters befindet sich noch eine Tankstelle oder im circa 40 km entfernten Dawson City. Auf der Strecke gibt es nach 370 km ein Motel mit Restaurant, RV Park und Tankmöglichkeit in Eagle Plains. Hier sollte man sich schlau machen bezüglicher Streckensperrungen (siehe unten). Nach dem Peel River ist der kleine Ort Fort McPhearson, der ebenfalls zwei Tankstellen hat. Weitere Tankstellen gibt es wieder in Inuvik.

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Streckensperrungen:

Ab Eagle Plains kann der folgende Streckenverlauf von rund 180 km bis Fort McPhearson gesperrt werden. Die Strecke führt über ein großes Bergmassiv. Dort beginnt der Polarkeis! Extreme Schneestürme und Wetterschwankungen können eintreffen.

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Die Strecke kann auch während der Durchfahrt gesperrt werden, was uns passierte:

Die geöffnete Schranke in Eagle Plains und bestes Wetter verleiten uns weiter zu fahren und später zu halten. Am Polarkreis angekommen, machten wir eine kurze Mittagspause. Die Aussicht war fantastisch. Die Arktis leuchtete strahlend weiß. Allerdings wurde es ziemlich windig, so sehr, dass es unsere Plexiglasscheibe zerriss. Wir fuhren weiter, als der Wind sich noch verstärkte und Schnee fiel. Auf einmal schwand unsere Sicht auf 1 Meter. Die Straße war nur noch zu erahnen. Stehenbleiben war keine Option. Am Übertritt in die Northwest Territories versuchten wir anzuhalten. Aber als der Wind unseren 7,5 Tonnen schweren Unimog zur Seite schob und es fast unsere Spiegel abriss, mussten wir irgendwie weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahmen Wind und Schneetreiben ab. Die Sicht stieg auf 10 Meter, dann 50 Meter und dann endlich 100 Meter. Der Schnee traf immer noch im 90 Grad Winkel auf uns, aber die Straße war wieder ersichtlich. Auf einmal standen wir vor einer Straßensperrung. Die geschlossene Schranke vor uns signalisierte „Road Closed“. Na toll, da wurde doch glatt die Strecke gesperrt, während wir die Aussicht genossen und der Schneesturm aufzog. Vor Ironie lachend und dankbar, dass sich die Schranke von uns öffnen ließ, fuhren wir durch die Straßensperrung. Was für ein Abenteuer! Übrigens ist die Strecke ohne Schneesturm ein absoluter Traum!

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Der Dempster Highway ist für uns eine der schönsten Routen in Kanada. Er ist gleichzeitig Abenteuer und ein Fest für die Sinne!

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SourToe Cocktail

Ab und zu muss man auf einer Weltreise auch mal etwas Verrücktes tun. Also hat Benny den weltberühmten SourToe Cocktail getrunken!

Was ist der SourToe Cocktail? Es ist ein abgestorbener, menschlicher Zeh der mit einem hochprozentigem Schnaps getrunken wird. Man darf den Zeh nicht schlucken, muss ihn allerdings mit seinen Lippen berühren.

Diese verrückte Tradition wird in Dawson City (Kanada), der bekannten Goldsucherstadt, gepflegt. Benny wurde in den SourToe Cocktail Club aufgenommen und ist Mitglied Nr. 77.379.

 

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Rumänien – Land und Leute

Die Landschaft und Natur Rumäniens

Rumänien ist ein Land grandioser Landschaften und atemberaubender Natur. Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Die Karpaten, die das Land in einer Art Halbkreis durchziehen versprechen auch den Offroadliebhabern ein 4×4-Abenteuer. Es gibt noch recht viele Braunbären in den Bergen, sowie Luchse, Füchse und Bisons. In manchen Teilen kann man nachts sogar die Wölfe heulen hören. Eine Wanderung durch die Nationalparks bringt einem die unberührte, artenreiche Natur nahe. Immer wieder durchziehen Flüsse die eindrucksvolle Landschaft. Kleine und große Seen laden zum Baden ein. In den Gletscherseen bekommt das Wort Abkühlung eine ganz neue Bedeutung.

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Die Rumänen, ein Volk der ganz besonderen Art

Die Gastfreundschaft der Rumänen ist nicht zu unterschätzen. Sehr oft wurde uns viel geschenkt und egal wo wir standen sind wir mit offenen Armen empfangen worden. Bei einer Übernachtung auf einem privaten Bauernhof wurden wir mit frisch gemolkener Milch verabschiedet. Vom Naturführer und Fährtenleser Sebastian wurden wir zu einer faszinierenden Wanderung durch das wilde Berg- und Waldgebiet mit Bärenbegegnung eingeladen. Im Süden des Landes wurden uns fantastische Plätze von Einheimischen gezeigt und wir wurden von Andi, Carmen und Simona mehrfach mit sehr gutem Essen verköstigt, war es mit Fisch, selbstgemachtem Mozzarella und Feta von der Bäuerin, frischen Blaubeeren aus den Bergen uvm. Eingeladen zum Abendessen mit Wein und Bier und dem legendären Pflaumenschnaps führten sie uns ein bisschen in die rumänische Lebensweise ein. Die Rumänen sehen uns Touristen als Gast in ihrem Land und diese Gastfreundschaft spürt man.

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Die Hilfsbereitschaft der Rumänen und ihre unkomplizierte Art, die Dinge nicht so genau zu nehmen, erlebten wir in Livada. Ein schwerer Sturm mit Hagel zog innerhalb weniger Minuten auf und entwurzelte einen Baum, der direkt in das Dach vom örtlichen Pfarrheim stürzte. Der Pfarrer, der sich schon zur Abendmesse bereit gemacht hatte, nahm es ganz entspannt und stand draußen, wo sich bereits das halbe Dorf versammelt hatte. Innerhalb von 3 Stunden wurde der Baum aus dem Dach gesägt, die Wurzel mit einem Bagger ausgegraben, der Dachstuhl mit neuen Balken ausgekleidet und das Dach an der Stelle neu gedeckt. Als es dunkel wurde war alles fertig, nur noch das Loch im Boden und die herumliegenden Äste erinnerten an das Chaos.

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Das Leben der Rumänen findet draußen statt. Es kommt einem so vor, das ein Dorf direkt an das andere Dorf anschließt und nur das Ortsschild beide trennt. „Früher war es wirklich so“, bestätigen uns Einheimische, „die Hauptstraße war die einzige Straße im Dorf“. Erst später zweigten sich kleinere Straßen von ihr ab und die Dörfer wuchsen in die Breite. Den Menschen ist die Kommunikation mit den Nachbarn und anderen Dorfbewohnern sehr wichtig und deshalb steht vor fast jedem Haus eine kleine Sitzbank. Fröhlich winkend sitzen sie darauf und beobachten das Treiben auf der Straße.

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Der Straßenverkehr in Rumänien ist spektakulär. Von hochwertigen Neuwägen, über uralte Traktoren bis zur Pferdekutsche ist alles vertreten. Eines haben aber alle Fortbewegungsmittel gemein: Alle besitzen ein Kennzeichen, selbst der Pferdewagen auf dem der Bauer 3 Meter über der Straße auf seinem Heu thront. Die Straßen sind bemerkenswert gut, obwohl es immer wieder Strecken mit sehr tiefen Schlaglöchern gibt. Reifenhändler gibt es aber an jeder Ecke.

In unserem Video Rumänien bekommst du noch mehr Eindrücke!

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Was ist mit den Myhtos Gypsis?

Im Norden des Landes haben wir kaum Roma & Sinti getroffen, eher nur am Stadtrand von Großstädten. Die indischen Zigeuner, die von den Rumänen nur Gypsi genannt werden sind in Transsylvanien, dem mittleren Teil von Rumänien, ziemlich verbreitet. Immer wieder trafen wir auf  Planwagen, gezogen von Pferden, und den bunt gekleideten indischen Nachkommen. Die Gypsis sind sehr arme Menschen und bedienen sich der Natur, was nicht zu verurteilen ist. Allerdings kommen sie auch zeitweise ihrem Ruf als „Langfinger“ nach, den wir aber nicht bestätigen können, da uns nie etwas gestohlen wurde. Die Rumänen bestätigen aber, dass sie gerne um Geld fragen und das rumänische System nicht akzeptieren, indem sie ihre Kinder nicht in die Schulen schicken und keine Steuern zahlen. Letztendlich gibt es recht wenig Zigeuner in Rumänien im Vergleich zu der rumänischen Bevölkerung. Die meisten Gypsis sind nach Westeuropa gewandert. Auch hier hat sich die Willkommenspolitik mancher Länder bereits herumgesprochen.

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Besondere Reize in Rumänien

Rumänien, das Land der bunten Häuser. Kurz hinter Negresti-Oas liegt das Dorf Certeze. Dort kann man die Straße der Villen bestaunen. Die mit Marmor und Gold verzierten Häuser reihen sich kilometerlang an der Hauptstraße aneinander.

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Eine weitere Attraktion ist der weltweit berühmte „Fröhliche Friedhof“ (Cimitirul Vesel) in Sapanta. Der Name entstand durch die lustigen Verse und Seitenhiebe, die sich auf den Verstorbenen beziehen. Der damalige Holzschnitzer wollte dem Tod etwas Farbe geben und begann mit dieser mittlerweile entstandenen Tradition des Dorfes.

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Die Transalpina (DN67C) gehört zu unseren Lieblingsstrecken in Rumänien. Wer sie von Süden anfährt, kommt ziemlich schnell in den Genuss großer Steigungen und enger Kurven. Überall kann man von der Straße abfahren und auf Wiesenflächen stehen. Eine Übernachtung auf über 2000 Höhenmetern mit fantastischer Aussicht hat einen ganz besonderen Reiz. Es kann aber auch im Hochsommer (30 Grad im Tal) dort oben empfindlich kühl (ca. 5 Grad) werden. Der dicke Pullover sollte eingepackt werden.

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Die transfogarasche Hochstraße (DN7C), besser unter dem Namen Transfagarasan bekannt, ist die zweithöchste Karpatenüberquerung in Rumänien. Von Norden angefahren offenbart sich eine spektakuläre Aussicht auf die serpentinenreiche Straße unterhalb. Steile Bergwände fallen direkt am Straßenrand ab. Der Beifahrer sollte schwindelfrei sein.

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Offroadstrecken gibt es überall in den Karpaten. 4×4-Freunde können voll auf ihre Kosten kommen. Wer sich nicht alleine in ein Abenteuer traut oder nicht das geeignete Equipment besitzt, um sich selbst aus dem Dreck zu ziehen, kann sich den zahlreichen geführten Touren anschließen. Das Handynetz ist in den Bergregionen eher schlecht und man trifft nicht oft auf Menschen. Wer auf einsamen Feldwegen unterwegs ist kann die Stille der unberührten Natur vollends genießen.

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Weiteres in unserem anderen Bericht Rumänien – Tipps für eine Reise.

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Sardinien – Teil 2

Wasserschlange beim Baden und Schlammbad mit dem Unimog

Nach unserem Aufenthalt am Porto Palmas fuhren wir weiter nach Süden. Die Route ging über die Küstenstraße Litoranea von Alghero nach Bosa. An dieser wunderschönen Küstenstraße gibt es einen Parkplatz (N 40°28’09.83“ – E 08°22’50.16“) mit einer natürlichen Bergquelle. Ein Einheimischer sagte, es sei eines der besten Trinkwasser, die wir auf Sardinien bekommen könnten. Somit füllten wir ein paar Liter in unsere Wassertanks (über 200 Liter mit einer 10 Liter Gießkanne). Das morgendliche Workout war somit jedenfalls erfolgreich.

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Gegen Abend erreichten wir, über ein paar landschaftlich sehr schöne Umwege, die kleine Hafenstadt Bosa in der Provinz Oristano. Ein wunderschönes Städtchen, das noch an das alte Sardinien mit seinen engen Häusergassen ohne Stromleitungen, erinnert. In der Innenstadt herrschte gemütliches Treiben, die Straßen wurden schon für Ostern geschmückt und die kleinen Kaffees putzten sich aus ihrem Winterschlaf heraus.

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Wir haben uns für einen kostenlosen Wohnmobil-Parkplatz in naher Stadtlage am Fiume Temo mit seinen kleinen Fischerbooten entschieden.

Nachdem das Wetter einbrach, entschlossen wir uns für einen Badetag in Fordongianus. Ein Teil des Dorfes Fordongianus besteht noch aus der Römerzeit, die durch alte Ruinen erkennbar ist.

Dort gibt es noch natürlich heiße Thermalquellen, die in den Fluss Tirso münden. Durch die Vermischung von 53° Celsius heißem Thermalwasser und dem kalten Flusswasser entstehen ideale Badetemperaturen. In den, von Menschenhand erbauten Bade-Steinkreisen herrschen Temperaturen von ca. 35° bis ca. 50° Celsius.  Je nach Lust und Laune kann man die Steine so umschichten, dass sich dadurch die Badetemperatur verändert. Während Bennys erstem Badeausflug gesellte sich etwas Längliches unter Wasser unbemerkt zu ihm. Tanja stand neben dran und beobachtete dies einige Zeit. Ohne die richtigen Worte zu finden, erwähnte sie beiläufig: „Ich glaube da ist eine Schlange neben dir.“  Benny richtete sich daraufhin ruckartig auf und sah dieses ca. 50 cm lange, sich schlängelndes Etwas, vor seinen Beinen, auf sich zukommen. Unter rekordverdächtigem Tempo hechtete er aus dem Becken, ohne auf die Idee zu kommen, noch ein Foto für die Nachwelt zu machen. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es ein Aal war. Diese tummeln sich gerne in den warmen Gewässern Sardiniens.  Egal, gebadet hatte Benny für heute genug und das abendliche Glas Rotwein trug zur Entspannung bei.

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Nach zwei Regentagen lockte uns die Sonne wieder. Also fuhren wir nach Oristano, um in einem kleinen Waschsalon unsere Wäsche zu waschen. Die Besitzer waren sehr freundlich und ein lustiges Lernstündchen in „Sardisch-Deutsch / Deutsch-Sardisch“ folgte.

Mit gewaschener Wäsche ging es nun Richtung Maimoni und wir folgten brav dem Navigationsgerät Richtung Strand. Als die Teerstraße in eine Schotterpiste und die Schotterpiste in eine für normale Fahrzeuge unbefahrbare Schlammpiste mündete, stand Benny die Freude schon ins Gesicht geschrieben. Die Schlammpiste wurde durch die letzten beiden Regentage zu einer wahren Schlammgrube mit nicht absehbarem Ende. Als sich der Unimog dann noch durch dichtes Gestrüpp schlängelte, war die Allradzuschaltung unumgänglich. Nach einiger Zeit entwickelten die, von Schlamm zugesetzten, Räder kaum mehr Traktion und die Freude wich der Euphorie. Das anschließende Besichtigen des Unimogs ließ erkennen: „Hier ist eine Hochdruckreinigung wohl notwendig.“

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Zielpunkt der Schlammschlacht war der Portu Suedda und wir fanden für die nächsten Tage einen tollen Stellplatz in Wurfweite vom Sandstrand. Das kleine, verfallene Haus und die Landschaft im Hintergrund erinnerten an einen englischen Liebesroman.

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Mit unserem Roller erkundeten wir das Umland und den Salzsee „Stagno Sale `e Porcus“. Ganz in Weiß und fast wie feuchter Ton lag er vor uns. Am Wegesrand wuchsen Artischocken, die uns das Abendessen sicherten.

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Am Abend machten wir, ungefähr 200m von unserem Schlafplatz entfernt, einen Fund direkt am Strand. Das verrostete Objekt (ca. 80cm groß und wohl um die 100kg schwer) lag im Sand und das Absperrband flatterte am Boden. Einen Meter weiter hing ein mit Gummibändern am Stein befestigter Brief der Küstenwache. Diesem konnte man entnehmen, dass es sich wohl um eine alte Seemine handelt. Topfschlagen sollte man am Strand von Sardinien wohl nicht unbedingt spielen.

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