Downsizing – Vom Unimog zum VW Bus

Downsizing – Vom Unimog Expeditionsmobil zum VW Bus

Ja, wir haben uns verkleinert und ein Downsizing vom Unimog Expeditionsmobil zum VW Bus vorgenommen. Viele von euch haben uns bereits nach unseren Gründen hierzu gefragt. Es war keine schnelle Entscheidung. Nach fast zwei Jahren Dauerreise trennen wir uns von ihm. Weshalb wir auf ein kleineres Fahrzeug wechselten und was uns dazu bewog, erfährst du im folgenden Bericht.

Vor- und Nachteile vom Unimog zum VW Bus:

Geländegängigkeit – Unterschied Unimog zum VW Bus

Mit dem Unimog kommst du überall hin! Nach mehreren kleinen Dörfern, niedrigen Brücken, engen Offroadpisten und schmalen, wackeligen Holzbrücken mussten wir uns eingestehen: Nein, auch mit einem Unimog-Expeditionsmobil kommt man nicht überall hin! Wäre er ein reiner Unimog und kein umgebautes fahrbares Haus, welches als Camper dient, würde das sicher irgendwie gehen. Aber wer reist, möchte ja auch Schäden gering halten und zudem sein rollendes Zuhause nicht mutwillig zerstören.

Dennoch ist der Unimog geländegängiger als der Syncro, da er sehr verschränkungsfähig ist. Der Hilfsrahmen mit 3-Punkt-Lagerung, auf dem der Aufbau befestigt ist, schwankt im Gelände und bei Kurven mit. Was wiederum besser für das Interior ist, denn es erschüttert deutlich weniger. Weil aber Tanja diese Wackelei nicht mag, fährt es sich mit unserem VW Bus zwar etwas steifer, aber gefühlt deutlich besser.

Raumwunder – Vergleich vom Unimog zum VW Bus

Dennoch war unser Unimog super bequem. Und zwar so sehr, dass wir uns auch sehr gerne drinnen aufhielten. Unser Bett war 130×210 cm und einfach sehr gemütlich. Dennoch war er sehr robust gebaut und es wurde auf Schnickschnack verzichtet. Die Stehhöhe erfreute Bennys Kopf, den er sich nur hin und wieder an den tiefer hängenden Schränken stieß. In SMUDU hat sich schon das gesamte Inventar unseren Köpfen vorgestellt.

Ein enormes Platzangebot bot der Mog. Natürlich hatten wir viel zu viel dabei, ganz nach der Devise „ Hast du einen leeren Schrank, so fülle ihn“. Des Weiteren gab es ein Badezimmer mit Dusche, eine *Kochstelle, einen *Backofen, unfassbar große Wassertanks (ca. 250l) und sogar einen riesigen Kühlschrank mit ca. 100l. Smudu hingegen hat nur Platz für eine leistungsstrake 40l *Kompressor-Kühlbox.

Bodenfreiheit

Die große Bodenfreiheit ist nicht nur im Gelände ein Vorteil, sondern auch beim Wohnen, da man ein überlegenes, sicheres Gefühl hat. Allerdings ist es auch immer ein Aufwand rein und raus zu klettern, also aßen wir meistens drinnen und genossen das Leben in unserem gemütlichen Expeditionscamper. Der Mensch ist ja bekanntlich faul und wir waren einfach zu bequem, jedes Mal alles nach draußen und wieder zurück zu heben. Beim VW Bus ist es nur ein Schritt aus der Schiebetür und du bist im Freien. Diesen Vorteil genießen wir beim Wildcampen in vollen Zügen. Auch Jago, unser Hund, kann jetzt selbstständig rein- und rausspringen, was ihm sichtlich gefällt.

Auch ein Unimog fährt sich mal fest!

Passiert selten, aber wenn dann ist es übel, wie du auf den unteren Bildern siehst. Allerdings hat hier der VW Bus einen großen Vorteil, denn wer schon einmal gute 7,5 Tonnen aus dem Dreck gezogen hat, weiß wie schön 2,5 Tonnen sich bergen lassen.

Auffälligkeit

Willst du Gesellschaft, dann kaufe dir einen Unimog. Alleine waren wir selten, es kam immer jemand auf ein Pläuschen vorbei und bestaunte unser hübsches Reisefahrzeug. Ein schönes Gefühl, wenn Menschen sich an der Reise und uns als Touristen interessieren. Leider besteht nicht jeden Tag das Bedürfnis sich auszutauschen oder du schmiedest morgens schon den Plan: „Heute muss ich mich über den Mog und unsere Reise unterhalten.“ Oft mag man auch einfach mal mit geschlossenen Augen am Strand sitzen und die Sonne auf das Gesicht scheinen lassen. Schweigen, Ruhe und Natur genießen und einfach nur entspannen, oder? Quatsch, wer will denn das? Also in die nächste Plauder-Runde, denn da stellt sich gerade jemand in meine Mittagssonne und fragt: „Ist das ein Unimog?“ Aber meistens sind aus solchen Gesprächen tolle Momente entstanden und wir lernten viele, unheimlich nette Menschen kennen.

Dagegen gehen wir mit dem VW T3 Syncro oft unter. Hast du mal das Bedürfnis eine andere Stimme, als die von deinem Partner zu hören, musst du selbst deutlich mehr aktiv werden und nicht einfach bequem im Stühlchen sitzend auf den nächsten Gesprächspartner warten. Da uns die Stille aber nicht so viel ausmacht, ist das jetzt kein großes Drama.

Unterhaltskosten/Finanzierung: Unimog zum VW Bus

Das eine Unimog-Reparatur oft teuer werden kann und die Ersatzteile LKW-Preise haben, weiss wohl jeder. Benny hat aus diesem Grund versucht, das Meiste selbst zu reparieren, was ihn aber auch ab und zu an seine Grenzen brachte. Denn schon beim Reifenwechsel begann es. Die ca. 150 kg (Reifen auf Stahlfelge) konnten Tanja nicht dazu bewegen, Benny morgens mitzuteilen: „Heute mache ich den Reifenwechsel!“ Obwohl sie meistens Benny mit Freude unterstützte, fehlte ihr oft die körperliche Kraft. Wartungs- und Reparaturaufwand sind beim Unimog deutlich höher, als beim Bulli. Alleine schon die Vorgelege regelmäßig einem *Ölwechsel mit GL5 zu unterziehen (ca. alle 5000km), braucht Zeit und kostet wiederum Geld.

Übersicht bzgl. Wartung, Pfelgeaufwand und Kosten:

Die Ersatzteilversorgung ist ebenfalls nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Unimogs gibt es zwar fast überall, aber sie sind rar gesät. Wir warteten in Kanada einmal 2-3 Wochen auf ein kleines Ersatzteil aus Deutschland, da es dort das 4-fache gekostet hätte. Aus diesem Grund schleppten wir deutlich mehr Ersatzteile mit uns herum, als sich Kleidung in unseren Schränken befand.

Ausstattung als Weltreisemobil/Expeditionsfahrzeug: Was ist uns wichtig?

Wir standen mit dem großen Expeditionscamper in fast 2 Jahren insgesamt 5 Tage auf einem Campingplatz, ansonsten immer frei. Da uns dies am Besten gefällt, ist Autarkie ein wichtiges Thema. Dazu gehört für uns: Eine entsprechende Kapazität Wasser aufzunehmen, ausreichend *Solarpanele auf dem Dach, die Möglichkeit eine große Reichweite mit dem Fahrzeug zu bewältigen und einen gewissen Komfort beim Schlafen zu haben.

Downsizing: Warum vom Unimog zum VW Bus?

Wer die Wahl hat, hat die Qual! So ging es uns auch. Fest stand: Ein Allrad muss es sein! Die Frage stellte sich, welches Reisefahrzeug wir nehmen. Zur Auswahl standen der Land Cruiser, der Land Rover, die Merceses G-Klasse und der VW Bus. Ziemlich schnell schied der Land Cruiser aus, da wir ihn uns einfach nicht leisten konnten. Auch der VW T2 Bulli, den wir sehr mögen, schied aus. Denn er besitzt kein Allrad und wir fahren gerne in den Sand. Blieb noch die Mercedes G-Klasse, der Land Rover Defender 110 und der VW T3 Syncro. Nach einigem Hin und Her haben wir uns, vor allem aus Platz Gründen und weil Benny sich gut mit der T3 Technik auskennt (er besaß bereits 4 T3’s), für den T3 Syncro entschieden.

Nachdem wir jetzt seit Dezember 2018 im Bulli leben und bereits in Marokko ihn auf Herz und Nieren geprüft haben können wir nun ein Fazit über beide Fahrzeuge treffen und beurteilen, ob der Wechsel vom Unimog zum VW Bus richtig war:

Der VW T3 Syncro als Weltreisemobil

Der T3 Syncro ist ein super Reisefahrzeug und hüpfte genauso wie der Unimog, mit dem wir als Begleitfahrzeug durch die Wüste fuhren, über die Sanddünen. Natürlich haben wir weniger Bodenfreiheit, die aber das geringere Eigengewicht wett macht. Dadurch das auch die Spur schmaler ist, können wir normalen Autotracks folgen und brauchen viel weniger Platz im Straßenverkehr. Der Syncro ist kleiner, was in vielen Situationen (Unterführungen, schmalen Waldwegen mit tief hängenden, dicken Ästen, Wendekreis und Platzsuche) das Reisen deutlich erleichtert und vor allem sind wir auch schneller unterwegs.

Der Unimog als Weltreisefahrzeug

Der Unimog ist ein geniales Reisefahrzeug, wenn man mit viel Komfort und langsam durch die Welt tingeln möchte. Allerdings ist er in Städten einfach ein LKW und es ist eher ein Hindernislauf als eine entspannte Sightseeing-Tour. Wo viel Platz ist, da fährt er sich leicht!

Bereuen wir mittlerweile den Wechsel? Nein, obwohl beide Fahrzeuge ihre Vor- und Nachteile haben. Für uns persönlich ist derzeit, was sich auch wieder ändern kann, der Wechsel vom Unimog zum VW Bus ‚Smudu‘ die bessere Alternative!

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Ein Allrad VW Bus als Weltreisemobil auf Weltreise.

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6 Antworten auf „Downsizing – Vom Unimog zum VW Bus“

    1. Hallo, schoener Bericht und schoener Vergleich. Ich kann einige der Argumente gut nachvollziehen. Ich fahre auch T3 syncro und Unimog und will beide nicht missen. Beide haben ihre Vor und Nachteile wie Ihr beschreibt. Als Weltreise Fahrzeug ist mir der T3 aber nicht zuverlaessig genug und auch zu klein. Mit Sportgeraet etc muss vieles nach aussen aufs Dach etc. und dann hat man immer Angst das etwas abhanden kommt in abgelegen Gebieten oder wenn man den Bus mal stehen lassen will. Auch ist das Getriebe mit den Lasten ueberfordert. Ihr habt ja auch einen 1.9 TD. Getriebeschaeden sind da leider vorprogrammiert. Wie Tgerbus und anderen ist mir das auch so ergangen…. Aber wie ihr sagt sind solche Schaeden finanziell beim T3 in einer anderen Liga als beim Unimog. Viel Spass weiterhin auf Eurer Tour… Gruss, Heiko PS; ich kenne auch Eure Unimog Begleiter in Marokko 🙂

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