Flug mit Hund – Ein Hund auf Weltreise

Ein Flug mit Hund benötigt ein bisschen Planung im Voraus. Wir flogen in den letzten zwei Jahren vier mal Langstrecke mit unserem Hund Jago. Von Mal zu Mal wurde die Vorbereitung mehr zur Routine und wir dadurch alle entspannter. Wir möchten hier einige Informationen zum Thema Flug mit Hund weitergeben. Selbstverständlich sind dies keine allgemein gültigen Auskünfte, denn jeder Hund ist verschieden und nicht jeder mag das Fliegen. Aber vielleicht erleichtern sie dir ja deine Recherche im Vorfeld und du entdeckst vielleicht ein paar Tipps, die dir und deinem Liebling helfen, sich auf den Flug vorzubereiten.

Flug mit Hund – Die Vorbereitung

Die Wahl der richtigen Hundebox

Die richtige Größe der Hundetransport-Box ist sehr wichtig. Ist die Box zu klein für deinen Hund, wird die Fluggesellschaft ihn nicht transportieren. Der Hund muss darin stehen können, ohne dass Kopf oder Ohren die Decke der Box berühren. Stell dir einfach vor: Unter Umständen muss er viele Stunden in dieser Transportbox bleiben und braucht Bewegungsfreiraum, damit er sich strecken und drehen kann. Tatsächlich sind diese Boxen riesig im Vergleich zu deinem eingerollten Vierbeiner. Leider legen einige Fluggesellschaften und das beteiligte Check-In Personal die Regelungen der IATA (International Air Transport Association: Festlegung der internationalen Vorschriften der Tierbeförderung) unterschiedlich aus.

Kurzes Erlebnis: Wir möchten mit unserem Hund von Frankfurt nach Kanada fliegen und befinden uns am Check-In. Nach Meinung der Dame am Schalter berühren die Ohrspitzen unseres Hundes die Decke der Box. In dieser Box flog er bereits 3 Mal und ist auch eine Nummer größer, als die Vorgabe der IATA. Unser Hinweis zählt nicht und so mussten wir für stolze 280 Euro am Frankfurter Flughafen eine neue, noch größere Transportbox kaufen. Naja, wenigstens können wir nun auch ein Pony transportieren. Wir hatten keine Wahl und ließen die alte Box dort stehen, da wir ja keine leere transportieren wollen. Also, kaufe lieber 2 Nummern zu groß!

Hundebox gemütlich machen

Hast du richtige Hundebox, geht es daran, sie für deinen Liebling bequem zu machen. Entweder legst du ihm sein, nach ihm riechendes *Hundekissen hinein oder ein paar getragene Socken/T-Shirts von dir. Dein Geruch kann ihn während des Fluges beruhigen. Ein *Wassernapf ist Pflicht und er sollte von außen befüllbar sein. Oft bekommen die Hunde kurz vor dem Flug nochmals eine Schale Wasser. Lege auch eine *saugfähige Unterlage unter sein Kissen, nur für den Fall der Fälle.

An die Transportbox gewöhnen

Ist deine Fellnase noch nicht an eine Hundebox gewöhnt, gewöhne ihn rechtzeitig daran. Wir begannen ungefähr 4 Wochen vor Jago’s erstem Flug mit der Eingewöhnung. Zuerst lockten wir ihn mit paar Leckerchen in die Box. Danach war er tagsüber ab und zu, mit seinem Lieblingskissen, in der geöffneten Box. Nach ein paar Tagen schlief er jede Nacht (mit geöffneter Tür) auf seinem Kissen darin. Eine Woche später ließen wir ihn mit geschlossener Tür für ein paar Minuten alleine und zögerten dies immer weiter heraus, bis wir ihn problemlos bis zu 4 Stunden darinnen lassen konnten. Zur Begrüßung ignorierten wir ihn bis er wieder ruhig in seiner Box war. Natürlich wollte er sofort raus, allerdings geht dies am Flughafen nicht immer. So merkte er sich schnell: „Wenn Menschen in der Nähe sind, bleibe ich ruhig und entspannt in der geschlossenen Box.“

Impfungen

Im Vorfeld solltest du dich genau schlau machen, welche Impfungen im jeweiligen Land Pflicht für die Einreise sind. Einen guten Überblick verschafft die Website partner-hund.de oder die jeweilige Botschaft. Für die meisten Länder ist eine Tollwut-Impfung Grundvoraussetzung. Achte auf die Mindestzeit, die dein Hund vor Reiseantritt geimpft sein muss!

Internationales Gesundheitszeugnis

Es empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Internationales Gesundheitszeugnis für deinen Hund zu organisieren. Man erhält dieses auf den jeweiligen Landratsämtern/Gemeinden beim Veterinäramt (circa 20-30 Euro). Der Amtstierarzt bescheinigt dir die Gesundheit und Transportfähigkeit deines Tieres (Rubrik im EU-Heimtierausweis). Auch stempelt er die wichtigen Eintragungen im EU -Heimtierausweis ab, damit es bei der Einreise keine Probleme gibt. Gesundheitszeugnis und Transportbescheinigung sollten nicht älter als 48 Stunden sein. Ob du das alles wirklich brauchst, kann ich nicht zu 100% sagen. Bewaffnet mit den Unterlagen hatten wir nie Probleme bei der Einführung (Zoll).

Beruhigungsmittel:

Wir sagen ganz klar „Nein“ zu Beruhigungsmitteln. Warum? Nun, manche Fluggesellschaften transportieren dein Tier nicht, wenn es lethargisch ist und/oder die Verabreichung von Beruhigungsmitteln erkannt wird. Grund könnten Krankheiten oder Herzprobleme beim Hund sein, was zu Komplikationen führen könnte. Besonders bei langen Flügen lassen diese Mittel irgendwann nach. Das Tier wird unruhig und kann sich schlechter an die veränderte Situation anpassen . Ist dein Hund von vorn herein klar im Kopf und bekommt alles mit, dann passt er sich viel schneller an die Begebenheiten an.

Flug mit Hund – Der Flugtag

Fütterung

Wir füttern unseren Hund das letzte Mal am Abend vor dem Flugtag. Am Flugtag selbst bekommt er nichts. So wird ihm nicht schlecht, wenn sein Magen gefüllt ist. Dies hängt von jedem selbst ab, wie er das handhabt. Unsere Erfahrung zeigt: Ein leerer Hundemagen bewährt sich auf Langstreckenflügen. Ob du deinen Hund während des Fluges füttern lässt, ist deine Sache. Diesbezüglich haben wir ein schlechtes Beispiel, das du gerne hier nachlesen kannst.

Am Flughafen

Sei so entspannt wie möglich und meide andere Hunde und aufregende Situationen am Flughafen. Umso ruhiger dein Tier ist, desto angenehmer wird es für euch beide. Frage beim Check-In nach der spät möglichsten Abgabezeit. Gehe mit ihm nochmal eine Runde, damit er sich erleichtern kann, kurz bevor du ihn abgibst. Ein Sicherheitsbeamter wird die Box und das Tier kurz in Augenschein nehmen. Nimm *Halsband und Leine zu dir und verschließe, wenn möglich, die Box mit einem Kabelbinder. Dadurch wird ein Öffnen der Box durch (entschuldige den Ausdruck) hirnlose Fremde verhindert, die eventuell deinem Schatz „Hallo“ sagen möchten. Wie dein Hund sich dabei fühlt und/oder sogar auf dem Flughafen/Flugfeld stiften geht, wäre wohl der „Supergau“ der Gefühle.

Flug mit Hund – Ankunft

Ankunft/Abholung deines Hundes:

Zur Sicherheit frage beim Check-In, in welchem Bereich des Ankunftterminals dein Hund ankommt. Zu 99% triffst du bei der Sperrgepäckausgabe auf ihn. Das bedeutet: Du durchläufst die Gepäckabgabe und die Immigration vor der Ankunft deines Tieres. Einer von uns steht immer am Gepäckband und einer an der Sperrgepäckausgabe. Meistens ist das Gepäck vor ihm da, aber man weiß ja nie. Unser Hund ist bei seiner Ankunft immer etwas aufgeregt, was aber völlig normal ist. Er muss sich schließlich neu orientieren. Zeitgleich können andere Hunde ankommen, die ebenfalls etwas nervös sind. Wir lassen unseren, wenn es erlaubt ist, kurz an der Leine heraus und ein wenig schnüffeln. Vergiss nicht, dein Hund möchte sich bestimmt erleichtern . Wir versuchen stets so schnell wie möglich durch den Zoll und nach draußen zu gelangen.

Wasser organisieren

Unsere Erfahrung zeigt, Hunde erhalten auf langen Flügen wenig bis nichts zu Trinken. An für sich kein Problem, doch haben unsere Lieblinge einen Mordsdurst, wenn sie in die Anflughalle geschoben werden. Wir organisieren direkt nach dem Security Check (noch vor Abflug eine Flasche Wasser). Nach der Ankunft erhält er sofort Wasser von uns. Oft befindet sich in der Gepäckausgabe-Halle des Ankunft-Terminals kein Getränkeautomat. Diesem beugen wir so vor!

Ab durch den Zoll

Keine Angst vor dem Zoll! Hast du die wichtigen/richtigen Papiere und Unterlagen bei dir und ist dein Hund in der Box, kann nicht viel passieren. Manchmal ist eine Gebühr für die Einführung deines Hundes zu entrichten. Mit Quarantäne kennen wir uns nicht aus, denn wir fliegen nicht in Länder, in welchen er in Quarantäne müsste. Natürlich kann dies passieren, sollte er als nicht gesund eingestuft und/oder fehlende Impfungen nachgewiesen werden. Im Regelfall klappt aber alles!

Wenn deine Lieblings-Fellnase endlich wieder bei dir ist und ihr euch erstmal begrüßt und kräftig gekuschelt habt, dann ist der etwas gefühlsaufreibende Flug schnell vergessen!

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