„Jago fliegt nach Kanada!“, denke ich mir. Was für ein Erlebnis! Stellt euch nur vor, ich werde das erste Mal in meinem Leben mit einem Flugzeug fliegen. Eigentlich war es ganz gut, aber dann ist etwas sehr Unangenehmes passiert. Das muss ich euch unbedingt erzählen:

Jago fliegt nach Kanada – Vorbereitung

Frauchen bereitete alles vor und buchte meinen, ihren und Herrchens Flug. Am Morgen des Fluges brachte Frauchens Papa uns zum Flughafen in Frankfurt am Main. „Man, ist das ein großer Flughafen!“ staunte ich. So viele Menschen eilten an uns vorbei.

Am Flughafen

Zum Glück durfte ich in meiner geliebten Transportbox bleiben und nickerte ein wenig bis es endlich losging. Circa eine Stunde vor Abflug, gab mich Herrchen bei so Flughafenmenschen ab. Die beiden musste ich erstmal erschnüffeln: „OK, passt, die sind in Ordnung.“ Ich bin ja ein bisschen aufgeregt, weil: Jago fliegt nach Kanada! Aber ich glaube, das habe ich euch ja schon erzählt. Also hüpfte ich wieder in meine Box und die zwei Männer hoben mich vorsichtig auf einen Wagen. Damit fuhr ich dann durch die Gegend und über das Rollfeld. Ganz schön cool, so eine VIP-Behandlung. Eigener Shuttleservice, keine Warteschlange usw..

Im Gepäckraum des Flugzeuges brachten mich die Männer an den wärmsten Ort und passten auf, dass meine Box sicher stand. Nach einer Weile wurde es sehr laut und mich drückte es voll zur Seite. „Jetzt ist es soweit: Jago fliegt nach Kanada“, dachte ich mir, denn davon redete Frauchen vor der Reise. „Das dauert wohl etwas“, also kuschelte ich mich in mein weiches Lieblingskissen und schlief ein.

Der Zwischenstopp

Plötzlich dröhnte es sehr laut. „Was ist das? Vielleicht das Fahrwerk von dem Herrchen mir erzählt hat?“ Und tatsächlich, der Flieger landete und ich war ganz aufgeregt: „Sehe ich endlich mein Herrchen wieder?“ Aber ich sah ihn nirgends. Fremde Menschen verluden mich und brachten mich wieder zu einem anderen Flugzeug. Dies war nur der Zwischenstopp in Island. Zum Glück ging das Verladen ziemlich schnell. Jetzt weiß ich wenigstens woher der Begriff schweinekalt kommt. „Ja, ich friere bei meinen paar Bauchhärchen! Naja, Herrchen und Frauchen sehe ich wohl erst später.“ Donnernd und dröhnend hoben wir wieder ab, das kannte ich nun schon. Also legte ich mich wieder eine Runde auf mein Fell und schnaubte: „Das dauert bestimmt wieder.“

„Was war das?“ schreckte ich aus meinem Schlaf auf. Komische Bewegungen begannen, plötzlich sank ich in meiner Box nach unten. „Was ist da nur los?“ dachte ich mir in diesem Moment, „sind das etwa Turbulenzen? Ich hoffe nicht, mein Magen ist ziemlich voll, denn die Fluggesellschaft hat mir ziemlich viel zum Essen gegeben. Herrchen sagte eigentlich ich darf nichts essen, aber wer kann bei Rind mit Lachs in Reis schon widerstehen?!“ Es dröhnte wieder, „Ah, wir landen. Wird auch langsam Zeit, ich müsste nämlich mal. Oh, wie ich mich freue. Bald sehe ich Herrchen und Frauchen wieder.“

Jago fliegt nach Kanada – Ankunft in Kanada

Da kamen auch schon die Männer, die mich ausluden. „Hilfe, nein“ schrie ich und schlug einen Purzelbaum in meiner Box. Die Männer ließen mich fallen. Mein Käfig drehte sich einmal um mich herum. „Oh ist mir flau im Magen.“ Ich kann nicht an mir halten und musste mich in meine Box erleichtern. Mir ging es gar nicht gut. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass sie meine Sachen, die auf dem Boden verstreut lagen, wieder einsammelten. Eine meiner Transportboxrollen lag noch dort und entfernte sich immer weiter von mir. Ich wimmerte vor mich hin: „Ich habe solche Angst! Was macht ihr nur mit mir? Wo ist meine Familie?“ Ich starrte vor mich hin und nahm wie in Trance wahr, dass sie mich auf einem Wagen fuhren und in einer total lauten, menschenüberfluteten Halle abstellten. Der fremde Mann, der mich schob, verschwand einfach und überließ mich meinem Schicksal. „Herrchen, wo bist du? Ich bin so allein“, winselte ich.

Rettung naht!

Da kam jemand ganz schnell auf den Käfig zu, schaute kurz zu mir und riss die Kabelbinder auf, die meine Tür sicherten. „Hallo, wer ist da?“, verstohlen schaute ich durch die Gittertür: „Herrchen? HERRCHEN! Er kommt und rettet mich. Frauchen sehe ich auch in 20 Metern Entfernung.“ Auf einmal stand ich neben Herrchen und orientierte mich kurz. „Das tut mir so leid, dass ich mein Lieblingskissen versaut habe“, zitterte ich. Da hatte ich den Trinknapf schon vor meiner Nase und schlürfte kräftig Wasser. Frauchen war stinksauer, weil die mich gefüttert hatten. Ich konnte es verstehen: Mir war deswegen auch furchtbar übel. Aber sie streichelte mich so lieb und Herrchen reinigte mich mit feuchten Tüchern. „Was stinkt hier eigentlich so?“ – „Oh, ich glaube das bin ich.“ Frauchen reinigte grob meine geliebte Box, oh wie die müffelte. „Ob die je wieder nach mir riechen wird?“ Leider musste ich nochmal hinein, damit wir durch den Zoll und danach ins Hotel konnten.

Ab ins Hotel

Endlich kamen wir im Hotel an. Ich wollte mir gerade das Zimmer anschauen, da schnappte mich Herrchen und hob mich in die Luft. „Hey, nicht schon wieder fliegen“ dachte ich mir und landete in einer großen weißen Wanne. „Oh nein, wie ich duschen hasse! Aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Ich kann mich nämlich nicht mal selber riechen.“ Nach der Dusche und dem Trockenrubbeln, das mag ich übrigens unheimlich gern, schaute ich in den Spiegel: „Wie schön ich wieder aussehe und wie gut ich rieche!“ Schnell an Herrchen angekuschelt, bevor Frauchen mir den Platz wegnehmen konnte: „Das habe ich mir verdient, nach diesem hundselenden Tag.“ Nur mein Kissen vermisste ich etwas, denn das entsorgte Frauchen direkt am Flughafen. Schon döste ich in Herrchens Schoß ein.

Durch einen Laut wurde ich wach: „Ist das meine Box?“ Ich stand auf und schnupperte daran. Roch eigentlich wieder ganz gut. Frauchen schaute mich an und sagte, ich solle doch mal hinein schauen. Langsam schob ich meinen Kopf hinein. „Wow, mein Lieblingskissen!“ Überglücklich legte ich mich hin und kuschelte mich auf mein Kuschelkissen. Es roch sogar ganz leicht nach mir, obwohl es etwas kleiner war, als das andere. „Wie ich mein Frauchen liebe, da hat sie wohl ein zweites gehabt und mir nie verraten.“ Glücklich lag ich bei meiner Familie und schnaubte zufrieden: „Jetzt ist alles wieder gut. Kanada, ich komme! Heute nicht mehr, aber spätestens morgäähhhn.“

Wie ich vom Kettenhund zum Weltenbummler wurde, das erfährst du in dieser Geschichte (Jago’s Geschichte) .

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