Dempster Highway – Ein Unimog Roadtrip

Dempster Highway – Ein arktischer Unimog Roadtrip

Der Dempster Highway ist eine der schönsten Strecken in Kanada, der auch bekannt als Yukon Highway 5 / Northwest Territories Highway 8 bekannt ist. Aber was ist so faszinierend an den knapp 730 Kilometern Schotterpiste?

Einsame Weite und die wunderbare Tundra belohnen jeden Naturliebhaber. Zwischen Bergen, Gletschern und Wäldern tummeln sich Polarfuchs, Grizzlybär, Eisbär und Co und auf den Wiesen, Flüssen und Seen zeigt die Vogelwelt ihre schönsten Polarvögel. Auch die Rentiere sind hier zuhause und Kanada zeigt all seine Facetten auf diesem kurzen Stückchen Erde.

In den Sommermonaten wird es kaum dunkel, eigentlich gar nicht. Im Winter wird es nicht richtig hell. Grandiose Naturschauspiele ziehen dich in ihren Bann und die vielen Kilometer sind eine willkommene Abwechslung, der sonst so langen Strecken in Kanada.

Der Dempster Highway endet nach knapp 730 km in der Stadt Inuvik. Von hier führt der Mackenzie Valley Highway durch das Mackenzie Delta bis zur nördlichsten Stadt Tuktoyaktuk. Im Sommer 2017 wurde die neue Straße für alle geöffnet. Die komplette Strecke bis nach „Tuk“ (von den Einheimischen genannt) beträgt 890 km.

Dempster Highway – Beste Reisezeit

Es gibt keine beste Reisezeit, denn jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz

  • Im Frühling (wir fuhren April/Mai) erwarten dich extreme Veränderungen in den Jahreszeiten (mehr dazu unten), und im
  • Sommer (Juli-August) faszinieren die großen Blumenblüten, während im
  • Herbst die Wälder in allen Farben schimmern.
  • Aber nur im Winter erlebst du Eis und Schnee der Extreme.

Streckenzustand, 4WD oder 2WD?

Die Strecke an sich ist in einem überraschend guten Zustand, mit verhältnismäßig wenigen Schlaglöchern. Normalerweise kann auch jedes normale Auto oder Camper den Dempster Highway fahren. Allerdings muss man sich auf überraschende Veränderungen einstellen. Eine rasch einsetzende Schneeschmelze oder Regenschauer können die Erd-/Schotterpiste in eine grandiose Matschpiste verwandeln. Einige Offroadfahrer freuen sich darüber mit Sicherheit. Ob das hochglanzpolierte Fahrzeug nach solch einer Schlammschlacht wieder sauber zurückkommt, ist zweifelhaft (siehe unten: Unimog vorher und nachher). Allrad kann zu bestimmten Jahreszeiten, oder nach Regenschauern, von Vorteil sein.

Dempster Highway – Streckenverlauf

Am Beginn des Dempster Highways ist ein Parkplatz. Hier kann, wer möchte und kann, den Reifenluftdruck ablassen und letzte Vorbereitungen am Fahrzeug treffen. Zum Schutz unserer Windschutzscheibe vor Steinschlägen haben wir eine Plexiglasscheibe davor angebracht.

Die ersten Kilometer verlaufen durch ein schönes Waldstück, der Frühling zeigt sich. Die ersten Knospen sprießen an den Büschen und Bäumen, die Sonne wärmt durch die Windschutzscheibe und es ist T-Shirt angesagt. Rechts und links der Strecke beginnen die ersten Berge und geben einen ersten Eindruck. Nach circa 70 km geht es hinauf in den Tombstone Park, Schneereste auf der Straße lassen den Winter erahnen. Oben angekommen stockt uns der Atem. Die vor uns liegende arktische Landschaft gleicht einer verschneiten Mondlandschaft. Es folgen 300 km bis Eagle Plains. Auf der Bergkette entlang fährt man in den Polarkreis (Arctic Cicle) ein. Rechts und links lassen sich gegensetzige Wetterschauspiele beobachten. Nach kurzer Zeit geht es vom Yukon in die North West Terretories über. Nach den letzten Bergmassiven wird es flacher und die letzten rund 330/480 km, in dessen Verlauf auch zwei Flüsse überquert werden müssen, bis Inuvik/Tuktoyaktuk sind wieder von Wälder, Flüssen und Seen durchzogen.

Flussüberquerung: Fähre oder Eis?

Zwei Flüsse müssen überquert werden, von Süden kommend zuerst der Peel River und knapp 70 Kilometer später der Mackenzie River. Im Sommer (Juni-Oktober) ist dies ganz einfach mit der Fähre möglich. Im Winter (November/Dezember-April/Mai) wird aus dem Fluss eine Eisbrücke, das sogenannte IceCrossing. Ende April/Anfang Mai schließt das IceCrossing. Schafft man es nicht mehr vom Norden zurück, sitzt man für einige Wochen zwischen Inuvik, Mackenzie River und Peel River fest.

Stellplätze, Wasserversorgung und WC

Am kompletten Highway gibt es rechts und links neben der Piste kleinere und größere Einbuchtungen, die hervorragend zum Übernachten geeignet sind. Auch Campgrounds und Picknickplätze finden sich entlang des Dempster Highways.

Auf der ganzen Strecke befinden sich immer wieder Parkpläze mit Müllentsorgungsmöglichkeiten und WC-Häuschen.

Nach dem Teilstück Eagle Plains/NWT (Northwest Territories) gibt es am Bergausläufer eine Servicestation die auch Trinkwasser bereitstellt. Es wird mittels Schild darauf hingewiesen.

Tankmöglichkeiten:

Zu Beginn des Dempster Highway befindet sich noch eine Tankstelle oder im circa 40 km entfernten Dawson City. Auf der Strecke gibt es nach 370 km ein Motel mit Restaurant, RV Park und Tankmöglichkeit in Eagle Plains. Hier sollte man sich schlau machen bezüglicher Streckensperrungen (siehe unten). Nach dem Peel River ist der kleine Ort Fort McPhearson, der ebenfalls zwei Tankstellen hat. Weitere Tankstellen gibt es wieder in Inuvik.

Streckensperrungen auf dem Dempster Highway

Ab Eagle Plains kann der folgende Streckenverlauf von rund 180 km bis Fort McPhearson gesperrt werden, denn die Strecke führt über ein großes Bergmassiv. Dort beginnt der Polarkeis und extreme Schneestürme und Wetterschwankungen können eintreffen.

Die Strecke kann auch während der Durchfahrt gesperrt werden, was leider uns passierte: Eine geöffnete Schranke in Eagle Plains und bestes Wetter verleiten uns weiter zu fahren und später zu halten. Am Polarkreis angekommen, machten wir eine kurze Mittagspause. Die Aussicht war fantastisch. Leuchtend weiß lag die Arktis strahlend vor uns. Aber wurde es ziemlich windig, so sehr, dass es unsere Plexiglasscheibe zerriss. Wir fuhren weiter, als der Wind sich noch verstärkte und Schnee fiel.

Dempster Highwy – Schneesturm am Polarkreis

Innerhalb von Sekunden schwand unsere Sicht auf 1 Meter. Die Straße war nur noch zu erahnen und stehen bleiben war keine Option. Am Übertritt in die Northwest Territories versuchten wir anzuhalten, aber als der Wind unseren 7,5 Tonnen schweren Unimog zur Seite schob und es fast unsere Spiegel abriss, mussten wir irgendwie weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahmen Wind und Schneetreiben ab. Die Sicht stieg auf 10 Meter, dann 50 Meter und dann endlich 100 Meter. Der Schnee traf immer noch im 90 Grad Winkel auf uns, aber die Straße war wieder ersichtlich.

Plötzlich standen wir vor einer Straßensperrung und diese geschlossene Schranke signalisierte uns „Road Closed“. Na toll, da wurde doch glatt die Strecke gesperrt, während wir die Aussicht genossen und der Schneesturm aufzog. Vor Ironie lachend und dankbar, da die Schranke sich von uns öffnen ließ, fuhren wir durch die Straßensperrung. Was für ein Abenteuer! Übrigens ist die Strecke ohne Schneesturm ein absoluter Traum!

Der Dempster Highway ist für uns eine der schönsten Routen in Kanada, denn er ist gleichzeitig Abenteuer und ein Fest für die Sinne! Wie unsere Reise weiter geht, kannst du im nächsten Bericht ein Roadtrip im wilden Westen von Kanada lesen.

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6 Antworten auf „Dempster Highway – Ein Unimog Roadtrip“

  1. Hallo Ihr Zwei, wir sind heute zufällig auf Eure Reise gestoßen. Eure Berichte sind sehr kurzweilig und schön zu lesen.
    Keep on rolling und viiieeeel Spass weiterhin!
    Viele Grüße von Michaela und Peter

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